EU-Behörde erlaubt Kauf Luxusinvestor darf Birkenstock übernehmen

Birkenstock-Sandalen waren einst vor allem bei ökologisch bewussten Käufern beliebt. Nun wechselt das deutsche Unternehmen zu einem amerkanisch-französischen Konzern – und will international expandieren.
Birkenstock-Geschäft in Berlin

Birkenstock-Geschäft in Berlin

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Sean Gallup / Getty Images

Die Europäische Kommission hat die Übernahme des weltbekannten deutschen Sandalenherstellers Birkenstock durch das französisch-amerikanische Unternehmen L-Catterton genehmigt. »Das Vorhaben wurde im Rahmen des vereinfachten Fusionskontrollverfahrens geprüft«, teilte die Behörde mit. Demnach wirft die geplante Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf.

Birkenstock mit Sitz im rheinland-pfälzischen Linz am Rhein hatte die Partnerschaft im Februar als nächsten logischen Schritt bezeichnet, um auch in Zukunftsmärkten wie China und Indien weiter stark zu wachsen. L-Catterton ist ein enger Partner des französischen Luxuskonzerns LVMH, zu dem Marken wie Louis Vuitton oder Moët Hennessy gehören.

Im Februar hatte es Berichte über eine Übernahme von 60 bis 70 Prozent der Birkenstock-Anteile für vier Milliarden Euro gegeben. Über die Gruppe Financière Agache hat sich LVMH-Firmenchef Bernard Arnault auch mit seinem Privatvermögen an Birkenstock beteiligt. Die Transaktion stand bislang unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Birkenstock macht 720 Millionen Euro Umsatz

Der Einstieg durch den Luxusinvestor L-Catterton birgt für das Unternehmen auch Risiken, weil die Birkenstock-Sandalen vor allem bei ökologisch bewussten Käufern beliebt sind. Bereits die Expansionen der vergangenen Jahre, etwa in die USA, kratzten am Image des deutschen Unternehmens.

Die Geschichte von Birkenstock geht bis in das Jahr 1774 zurück. Heute wird das Familienunternehmen in sechster Generation geführt. Es beschäftigt mehr als 4300 Mitarbeiter weltweit und ist in mehr als hundert Ländern aktiv. Außerdem betreibt Birkenstock 13 Standorte in Deutschland. Nach eigenen Angaben steht das Unternehmen wirtschaftlich auf stabilen Füßen. 2019 habe das Unternehmen rund 720 Millionen Euro Umsatz bei 130 Millionen Euro Nettogewinn verbucht – und auch im Coronajahr 2020 trotz zweimonatiger Fabrikschließungen Erlöse etwa auf Vorjahresniveau erwirtschaftet.

hba/dpa
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