Streit um Sandalen Amazon darf nicht mehr tricksen

Der Schuhhersteller Birkenstock hat nach SPIEGEL-Informationen vor Gericht ein Verbot gegen Amazon durchgesetzt. Auf dem Marktplatz des Onlinehändlers wurden mithilfe von Tippfehlern offenbar Konkurrenzprodukte beworben.
Birkenstock-Sandalen

Birkenstock-Sandalen

Foto: © Ina Fassbender / Reuters/ REUTERS

Der Schuhhersteller Birkenstock hat nach SPIEGEL-Informationen erneut eine einstweilige Verfügung gegen die Onlineplattform Amazon erwirkt. Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass Amazon es unterlassen muss, bezogen auf die Marke Birkenstock sogenannte Tippfehler-Werbung bei Google zu schalten, die den Verbraucher in die Irre führen könnten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Amazon hatte dem Beschluss zufolge mehrere Anzeigen geschaltet, die bei der Google-Suche mit Begriffen wie "Brikenstock", "Birkenstok" oder "Bierkenstock" ausgespielt wurden und auf Angebote innerhalb des Online-Marktplatzes von Amazon verlinkten. Das Gericht sah eine Verwechslungsgefahr: Der Verbraucher könne nicht ahnen, dass er nicht bei den Originalprodukten lande, sondern bei solchen der Konkurrenz.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Birkenstock stellt zum Januar 2018 die Zusammenarbeit mit Amazon ein, weil das Onlinekaufhaus nicht entschieden genug gegen Fälschungen vorgehe, die auf seiner Plattform angeboten werden. "Für uns ist Amazon ein Mittäter", sagte Birkenstock-Chef Oliver Reichert jüngst dem SPIEGEL.

Insgesamt hatte Birkenstock mehr als sieben Jahre mit Amazon kooperiert. Ein Tiefpunkt war laut Reichert erreicht, als reihenweise Amazon-Kunden gefälschte Ware beim Birkenstock-Kundendienst eingereicht hätten. "Weil die Leute natürlich glaubten, sie hätten Originalprodukte gekauft - dabei waren es Billigkopien. Das ist ein riesiges Problem. Erklären Sie so einem Kunden mal, warum wir seinen Schuh, den er bei einem angeblich seriösen Amazon-Shop erstanden hat, nicht reparieren können. Spätestens da war für uns klar: Jetzt ist Schluss mit lustig."

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde aus juristischen Gründen umformuliert.