Beschluss der Bischöfe Weltbild erhält bis zu 65 Millionen Euro

Neue Hoffnung für Weltbild-Mitarbeiter: Die katholische Kirche hat Hilfszahlungen von bis zu 65 Millionen Euro für den insolventen Verlag beschlossen. Damit will sie unter anderem die Fortführung des Geschäftsbetriebs unterstützen.

Demo von Verlagsmitarbeitern am Montag in Würzburg: "Wir sind alle Weltbild!"
DPA

Demo von Verlagsmitarbeitern am Montag in Würzburg: "Wir sind alle Weltbild!"


Augsburg/München - Die katholische Kirche hat sich auf finanzielle Hilfen für die existenzbedrohte Verlagsgruppe Weltbild verständigt. Der Verband der Diözesen Deutschlands beschloss bei einer Vollversammlung in Würzburg, bis zu 65 Millionen Euro als möglichen Höchstbetrag aufzubringen.

Damit sollten unter anderem die Fortführung des Geschäftsbetriebs sowie gegebenenfalls eine Transfergesellschaft unterstützt werden, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag mit. Den Betrag hatte die Kirche bereits unmittelbar nach dem Insolvenzantrag der Weltbild-Muttergesellschaft in Aussicht gestellt.

Zugesagt seien Beiträge des Erzbistums München und Freising sowie des Bistums Augsburg in Höhe von zusammen 35 Millionen Euro. "Die verbliebenen 30 Millionen werden von den Gesellschaftern aufgebracht", sagte ein Sprecher. "Darüber gibt es keinen Streit."

"Wenn es tatsächlich bei den 65 Millionen bleibt, wäre der Verlagsgruppe damit sicherlich geholfen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz. "Ich denke aber, es wird damit noch nicht getan sein." Der Umbau des Unternehmens werde Geld kosten, außerdem sei die künftige Struktur der Verlagsgruppe noch ungeklärt.

Zum Auftakt des zweitägigen Arbeitstreffens der Bischöfe in Würzburg hatten am Montag Weltbild-Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Die Verlagsgruppe gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin.

Das Unternehmen hatte nach langer Krise Anfang Januar Insolvenz beantragt. Die Gruppe beschäftigt im Verlag rund 2200 Mitarbeiter und getrennt davon rund 4000 in den Filialen. 2012 hatte Weltbild noch einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro erwirtschaftet.

bos/dpa/AFP

insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
gog-magog 28.01.2014
1.
Zitat von sysopDPANeue Hoffnung für Weltbild-Mitarbeiter: Die katholische Kirche hat Hilfszahlungen von bis zu 65 Millionen Euro für den insolventen Verlag beschlossen. Damit will sie unter anderem die Fortführung des Geschäftsbetriebs unterstützen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bischoefe-beschliessen-bis-zu-65-millionen-euro-fuer-weltbild-verlag-a-945985.html
Hier wird mit Steuermitteln ein bankrottes und heruntergewirtschaftetes Unternehmen aus ideologischen Gründen am Markt gehalten. Das ist ein Schlag ins Gesicht der freien Marktwirtschaft.
naklar? 28.01.2014
2. Rettung auf Zeit ...
... für wenige Mitarbeiter. Viele werden schon bei der Sanierung gehen müssen. Die Frage lautet doch: Mit was verdienen die Buchverlage noch Geld. Mit Fachbüchern --- und die werden immer mehr als eBook bezogen und des öfteren bereits aus dem Ausland, da wo die Technik noch eine Rolle spielt. Der Druck vielsprachig zu sein; Zeit und Kosten für eine Fremdsprache aufzuwenden hat im Gegenzug einen Einkaufsvorteil im Ausland beschert. Und das ganz ohne Märchensteuer von 19% (eMedien_Deutschland) und dazu noch free of DRM.
wauz, 28.01.2014
3. Wie es die Kirche macht, ist es falsch
Das Geschäftsmodell bei Weltbild stimmt nicht mehr. Lässt die Kirche die Firma in die Pleite gehen ist sie unsozial. Steckt sie weiteres Geld hinein, ist es Verschwendung. Am Besten, die 65 Millionen werden unter die Mitarbeiter verteilt und der< Rest geht für einen Euro an Amazon. Dann legen sich hoffentlich die Wellen...
Anton Waldheimer 28.01.2014
4. pervers
Dieser Pornoverlag wird von der Katholischen Kirche mit Millionen gestützt.
tobo 29.01.2014
5. Test SPIEGEL EDV
Bitte Löschen!
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