Dokumentenfälschung Ehemaliger Chef von Bitcoin-Börse verurteilt

Wegen eines Datenklaus musste die Bitcoin-Börse Mt. Gox 2014 Insolvenz anmelden. Nun wurde ihr Chef Mark Karpeles selbst verurteilt.

Mark Karpeles nach seiner ersten Anhörung in Tokio 2017
AFP

Mark Karpeles nach seiner ersten Anhörung in Tokio 2017


Mark Karpeles, der ehemalige Chef der insolventen Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox, ist wegen Dokumentenfälschung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Tokio erklärte Karpeles wegen der Manipulation von Firmenaufzeichnungen für schuldig. Untreuevorwürfe gegen Karpeles wurden fallen gelassen.

Die Grundidee der 2009 zu Zeiten der Finanzkrise gestarteten Bitcoins ist ein weitgehend anonymer Zahlungsverkehr, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Fehlende Regulierung sorgt allerdings auch für erhebliche Risiken. Bitcoins werden durch komplexe Rechenprozesse am Computer erzeugt. Die Kryptowährung lässt sich auf Online-Handelsplätzen, aber auch in Euro oder Dollar eintauschen.

Die Bitcoin-Börse Mt. Gox hatte 2014 Insolvenz angemeldet, nachdem zwischenzeitlich 850.000 Bitcoins verschwunden waren, die damals einen Wert von etwa 500 Millionen US-Dollar besaßen. Der 33-jährige Franzose hatte die Online-Tauschbörse Mt. Gox im Jahr 2011 gekauft und sie in einen der zentralen Handelsplätze für Bitcoins verwandelt.

Karpeles, der auch als "Baron des Bitcoin" bezeichnet wurde, stand unter Verdacht, mit dem Verschwinden der Bitcoins in Verbindung zu stehen. Laut Anklage soll er zwischen 2013 und 2015 wiederholt Computerdaten verändert haben, um eigene Rechnungen zu bezahlen. Karpeles hatte seine Unschuld beteuert. Er entschuldigte sich aber dafür, dass die Vorfälle unter seiner Aufsicht passierten. Mt. Gox machte einen Hackerangriff für das Verschwinden der Bitcoins verantwortlich. Später wurden 200.000 der vermissten Bitcoins durch Zufall in einer elektronischen Geldbörse wiedergefunden. Mt. Gox und Mark Karpeles waren schon zuvor mangelnde Sicherheitsmaßnahmen und eine chaotische Geschäftsführung vorgeworfen worden.

Karpeles habe das Vertrauen der Nutzer von Mt. Gox missbraucht und seine Kenntnisse als IT-Ingenieur sowie seine Stellung ausgenutzt, heißt es im Urteil des Tokioter Gerichts. Von dem Vorwurf, Millionen unterschlagen zu haben, sprach das Gericht ihn aber frei.

mal/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.