EZB-Vizepräsident Constancio "Der Bitcoin ist keine Währung, sondern ein Spekulationsobjekt"

Auch EZB-Vizepräsident Vitor Constancio meldet sich in der hitzigen Debatte über den Bitcoin zu Wort: Die Digitalwährung sei ein Spekulationsobjekt und keine ernsthafte Konkurrenz für den Euro.
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Foto: BENOIT TESSIER/ REUTERS

Die Kritik an der Digitalwährung Bitcoin wächst. "Der Bitcoin ist keine Währung, sondern vielmehr ein Spekulationsobjekt", sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio. In Anspielung auf die niederländische Tulpenpreisblase im 17. Jahrhundert ergänzte er, der Bitcoin sei eine Art "Tulpe". Einen ähnlichen Vergleich hatte unlängst JP-Morgan-Chef Jamie Dimon gezogen.

Mit der Tulpen-Parallele spielte der EZB-Vize auf die im Vergleich zu herkömmlichen Währungen extremen Kursschwankungen digitaler Währungen an. Der Bitcoin hat in diesem Jahr zwischen etwa 750 und knapp 5000 Dollar geschwankt. Zurzeit kostet er etwa 3500 Dollar. Der Bitcoin sei für diejenigen interessant, die auf etwas wetten wollten, das 40 oder 50 Prozent in wenigen Tagen schwanken könne, sagte Constancio. "Aber er ist sicherlich keine Währung, und sicherlich sehen wir ihn nicht als Bedrohung für unser Geschäft oder unsere Geldpolitik an, so viel ist sicher."

Der Bitcoin ist die bekannteste der vielen Digitalwährungen, die seit der Finanzkrise 2008 entstanden sind. Nicht Notenbanken wie die EZB geben die Währung aus, sondern Privatleute stellen sie in komplizierten Rechenverfahren am Computer her. Kritiker monieren neben starken Kursschwankungen auch Sicherheitsrisiken und die Anonymität im Zahlungsprozess, was Digitalwährungen attraktiv für illegale Verwendungen mache.

hej/dpa-AFX
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