Hype um Kryptowährung Nobelpreisträger warnt vor Kollaps des Bitcoin

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller glaubt nicht an die Zukunft des Bitcoin. Die Kryptowährung werde vermutlich "total kollabieren" und dann in Vergessenheit geraten.
Ökonom Robert Shiller

Ökonom Robert Shiller

Foto: © Michelle McLoughlin / Reuters/ REUTERS

Unter dem Eindruck stetig steigender Kurse haben viele Anleger in den vergangenen Wochen und Monaten in Bitcoin oder andere Kryptowährungen investiert. Auch Schwankungen konnten dem Hype bisher nichts anhaben. Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller aber sieht die Zukunft der umstrittenen Digitalwährung düster. Der Bitcoin werde vermutlich "total kollabieren" und letztlich in Vergessenheit geraten, sagte Shiller dem US-Sender CNBC.

Der Boom der Kryptowährung erinnere ihn an die letztlich geplatzte Tulpenblase in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Im Grunde sei der Bitcoin so lange wertlos, bis sich die Auffassung durchsetze, dass er nicht wertlos sei, sagte Shiller. Das sei ein Unterschied etwa zu Gold, das selbst dann einen Eigenwert habe, wenn niemand es als Investment ansehe.

Shiller lehrt an der angesehenen Universität von Yale. Er gilt als marktkritischer Ökonom, der funktionierende Märkte nicht als Selbstverständlichkeit ansieht. Er hat als einer der wenigen Ökonomen vor der Immobilienblase in den USA gewarnt, die zum Ausbruch der Weltfinanzkrise 2008 geführt hat.

Auch Aufsichtsbehörden sehen den Hype um Kryptowährungen kritisch. So bremste die US-Börsenaufsicht SEC Pläne für Krypto-Fonds und fordert zuerst klare Regeln.

Wie risikoreich das Investment in Kryptowährungen ist, zeigte die Entwicklung der vergangenen Tage. So hat sich der Bitcoin-Wert binnen eines Monats praktisch halbiert. Er liegt derzeit bei etwa 11.500 Dollar. Vor einem Monat hatte der Kurs noch bei etwa 20.000 Dollar gelegen. Anfang 2017 war ein Bitcoin noch für 1000 Dollar zu haben.

mmq/dpa