Kryptogeld Bitcoin-Schürfer verbrauchen mehr Strom als ganz Dänemark

Die Produktion der virtuellen Währung Bitcoin verbraucht enorme Strommengen - im Jahr 2018 mehr als die gesamte dänische Volkswirtschaft. Die Energie kommt oft aus schmutzigen Kohlekraftwerken.
Bitcoin-Rechner (Archivbild)

Bitcoin-Rechner (Archivbild)

Foto: Alessandro Bianchi/ REUTERS

Angesichts des enormen Energieaufwands beim digitalen Schürfen von Bitcoins haben Forscher vor den Folgekosten für die Umwelt gewarnt. 2018 werde für die Herstellung der Kryptowährung mehr Energie als in ganz Dänemark verbraucht, sagte Max Krause vom Oak Ridge Institute for Science and Education. "Wir haben eine völlig neue Industrie, die pro Jahr mehr Energie konsumiert als viele Länder."

Einer am Montag von Forschern um Krause in der Zeitschrift "Nature Sustainability" veröffentlichten Studie zufolge wurden für das sogenannte Mining von Bitcoins allein bis Mitte dieses Jahres 30,1 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Zum Vergleich: Dänemark hatte im gesamten Jahr 2015 einen Stromverbrauch von 31,4 Milliarden Kilowattstunden.

Bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin werden Buchungsvorgänge kryptografisch verschlüsselt in einer dezentralen Datenbank aneinandegekettet - der sogenannten Blockchain. Dafür ist ein immer größerer Rechenaufwand nötig. An diesen Berechnungen kann sich im Prinzip jeder beteiligen und wird dafür in Bitcoin-Anteilen entlohnt. So entstehen neue "Münzen" - der Prozess wird deshalb als Schürfen bezeichnet.

Schon längst wird dieser stromintensive Prozess allerdings von professionellen Akteuren dominiert. Etwa die Hälfte der Bitcoin-Farmen sind der Studie zufolge in China angesiedelt. Die nötige Energie wird dort zu einem beträchtlichen teil durch Kohle erzeugt.

Für ihre Untersuchung berechneten Krause und sein Mitautor Thabet Tolaymat auch, wie hoch der Energieaufwand in Megajoule ist, um einen Bitcoin zu schürfen. Der Aufwand ist demnach für eine der digitalen Münzen bis zu dreimal größer als für die Gewinnung von Gold, Platin oder Kupfer. Einzig bei der extrem energieintensiven Herstellung von Aluminium fällt die Bilanz noch schlechter aus.

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dbate
ssu/AFP
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