Kryptowährungen Südkorea erwägt Verbot von Bitcoin-Handel

Mit einer Ankündigung, den Handel von Kryptowährungen zu verbieten, hat Südkorea für Kursstürze gesorgt. Mittlerweile wurden die Regierungspläne aber relativiert.
Anzeigetafel mit Kryptowährungen in Seoul

Anzeigetafel mit Kryptowährungen in Seoul

Foto: KIM HONG-JI / REUTERS

Ein mögliches Handelsverbot für Kryptowährungen verursacht Turbulenzen in Südkorea. Es gebe große Bedenken hinsichtlich virtueller Währungen wie Bitcoin, hatte Justizminister Park Sang Ki vor Journalisten gesagt. Daher bereite sein Ministerium ein Verbot des Börsenhandels vor. Ein entsprechendes Gesetz sei in Vorbereitung.

Die Äußerungen sorgten für heftige Reaktionen bei Investoren. Diese reichten umgehend Online-Petitionen bei der Präsidentschaft gegen das geplante Gesetz ein. Die Regierung beschwichtigte daraufhin: Ein Verbot der Transaktionen sei nur "eine der vom Justizministerium vorbereiteten Maßnahmen", hieß es. Außerdem stehe die Entscheidung noch nicht abschließend fest.

Zuvor hatte bereits eine Nachricht aus China die Stimmung gedrückt: Laut einem Bericht der US-Zeitung "Wall Street Journal" ordnete die chinesische Regierung zuletzt eine Sperre für Bitcoin-Schürfer an. Diese stellen hohe Rechnerleistungen bereit, um als Entlohnung die begehrte Digitalwährung zu erhalten. Grund für diesen Schritt ist offenbar die Sorge vor einer Beeinträchtigung der Stromversorgung gewesen - das Erzeugen von Bitcoin ist extrem energieintensiv. China gilt als Heimat großer, professioneller Bitcoin-Miner.

Die Regulierungsbemühungen in Südkorea und China belasteten den Handel mit Kryptowährungen deutlich. Nach der Relativierung aus Seoul erholten sich die Kurse allerdings wieder. Ein Sprecher der Transaktionsplattform Bithumb, die von dem Verbot betroffen wäre, erklärte, sie beobachteten nun genau, was die Regierung tue.

Der Handel mit Digitalwährungen ist umstritten. Zuletzt warnte Star-Investor Warren Buffett davor. Statt in Bitcoin zu investieren, würde er eher auf den Kursabsturz spekulieren, sagte der 87-Jährige.

asc/dab/dpa/Reuters