Black Friday in den USA Erstmals eine Milliarde Dollar Umsatz bei Online-Handel

Rekord beim US-Online-Handel: Zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts wurde erstmals an einem Tag mehr als eine Milliarde Dollar im Internet umgesetzt. Die Laufkundschaft hielt sich hingegen zurück.
Pakete beim Online-Händler Amazon: Internethandel immer wichtiger

Pakete beim Online-Händler Amazon: Internethandel immer wichtiger

Foto: Matt Cardy/ Getty Images

Washington - Der Tag gilt als wichtiger Indikator für die Konjunktur. Zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts haben US-Online-Händler in diesem Jahr erstmals an einem einzigen Tag mehr als eine Milliarde Dollar umgesetzt. Am sogenannten "Black Friday", dem Tag nach Thanksgiving, sei der Umsatz in Vergleich zum Vorjahr um mindestens 22 Prozent gestiegen, hieß es. Immer mehr Kunden erledigten ihre Weihnachtseinkäufe im Internet, denn hier locken Händler mit Sonderangeboten und einer großen Auswahl. Der E-Commerce macht zwar bisher nur zehn Prozent des Umsatzes aus, wächst aber deutlich schneller als die traditionelle Branche.

Für die US-Einzelhändler verlief der Start ins Weihnachtsgeschäft am "Black Friday" offenbar zufriedenstellend, aber nicht überwältigend. Der Umsatz in den Läden sank nach ersten Erhebungen zwar um 1,8 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Da in diesem Jahr aber viele Anbieter aber schon am Donnerstag - dem Feiertag Thanksgiving - mit Sonderangeboten lockten, verzerrte sich der Blick auf den Freitag. An den beiden Tagen zusammen dürfte der Umsatz nach Angaben der Marktforscher von Shoppertrack um etwa ein Prozent über dem Wert des Vorjahres liegen. "Das war nicht super, aber auch nicht enttäuschend", sagte Ed Marcheselli von Shoppertrack. In den Geschäften hatten Händler die Laufkundschaft zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts mit Rabatten von bis zu 70 Prozent gelockt.

Ein kräftiges Plus gab es schon am Donnerstag bei Käufen über das Internet. Hier wurden nach Angaben der IBM-Tochter Smarter Commerce 17,4 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr umgesetzt. Am Freitag betrug das Plus 20,7 Prozent. Allerdings habe der Warenwert pro Einkauf mit durchschnittlich 181,22 Dollar knapp fünf Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen.

Im Netz gab es eine unüberschaubare Zahl von Angeboten. Ebay teilte mit, dass sich das Geschäft am Freitag um 153 Prozent über den Vorjahreswerten gelegen hätte. Die Ebay-Tochter Paypal, über die die Bezahlung von Online-Geschäften abgewickelt werden kann, berichtete gar von einer Verdreifachung des Geschäftsvolumens an dem Tag.

Experten hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass sich Kunden wegen der relativ hohen US-Arbeitslosigkeit und möglichen Steuererhöhungen zu Beginn 2013 zurückhalten könnten. Zudem dürften die Auswirkungen des Hurrikans "Sandy" an der Ostküste manche Verbraucher zum Sparen zwingen. In den USA ist der Konsum nach wie vor die wichtigste Stütze der Konjunktur.

lei/Reuters/dpa
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