Angeschlagener Handy-Hersteller Blackberry trennt sich von Vorstandschef Heins

Turbulenzen beim kriselnden Smartphone-Pionier: Nach weniger als zwei Jahren an der Spitze verlässt Thorsten Heins Blackberry. Der Verkauf ist abgesagt, stattdessen geben Investoren rund eine Milliarde Dollar frisches Kapital. Die Aktie stürzt ab.

Kurze Amtszeit: Der scheidende Blackberry-Chef Heins
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Kurze Amtszeit: Der scheidende Blackberry-Chef Heins


New York - Blackberry tauscht seinen Vorstandschef aus. Der aus Deutschland stammende Chef Thorsten Heins werde gehen, teilte der angeschlagene Smartphone-Pionier am Montag mit. Seinen Posten übernimmt übergangsweise John Chen. Er ist der Ex-Chef des US-Software-Entwicklers Sybase, den SAP im Frühjahr 2010 für umgerechnet 4,6 Milliarden Euro erwarb. Heins hatte Blackberry seit Januar 2012 geleitet.

Zudem ändert das Unternehmen seine Sanierungspläne: Der geplante Verkauf wird abgesagt, stattdessen soll eine Gruppe von Investoren unter Führung des kanadischen Investmentfonds Fairfax Financial über eine Kapitalerhöhung eine Milliarde Dollar in das Unternehmen stecken. Heins hatte einen Verkauf nicht ausgeschlossen, als ein Interessent galt Facebook.

Fairfax ist im Besitz von zehn Prozent der Blackberry-Anteile. Vor drei Monaten hatte der Fonds rund 4,7 Milliarden Dollar. Das Angebot lief diesen Montag aus. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hatte Fairfax Schwierigkeiten, die gebotene Summe aufzubringen. Von der neuen Kapitalspritze übernimmt das Unternehmen nun 250 Millionen Dollar.

Für die Blackberry-Aktie Chart zeigen brachten die Nachrichten einen starken Kursverlust: An der Nasdaq verloren die Papiere rund 15 Prozent.

Blackberry steckt schon länger in Schwierigkeiten. Der einst bei Geschäftsleuten beliebte Handy-Hersteller hinkt den Marktführern Samsung Chart zeigen und Apple Chart zeigen weit hinterher und ist auf der Suche nach einem Weg aus der Krise.

dpa/Reuters/dpa



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