Kriselnder Smartphone-Pionier Blackberry-Gründer arbeiten an Rückkauf-Gebot

Mike Lazaridis hat seinen Anteil an dem angeschlagenen Smartphone-Hersteller bereits erhöht, jetzt soll auch sein ehemaliger Kompagnon Douglas Fregin mit im Boot sein. Zusammen versuchen sie, ein Übernahmeangebot für Blackberry zu stemmen.

Vorstellung eines neuen Blackberry: Die letzten Geräte konnten nicht begeistern
AP

Vorstellung eines neuen Blackberry: Die letzten Geräte konnten nicht begeistern


New York - Die beiden Blackberry-Gründer wollen ein Angebot erarbeiten, den angeschlagenen Smartphone-Pionierkomplett zurückzukaufen. Sie hätten einen Plan für einen Neuanfang, teilten Michael Lazaridis und sein einstiger Kompagnon Douglas Fregin am Donnerstag mit. Lazaridis hat seinen Anteil an Blackberry inzwischen von 5,7 auf acht Prozent erhöht.

Ein eventuelles Gebot der beiden Gründer könnte mit einem bereits vereinbarten Übernahmedeal konkurrieren: Die kanadische Finanzfirma Fairfax Financial will 4,7 Milliarden Dollar für Blackberry zahlen. Zuletzt hatten sich aber Zweifel verstärkt, ob die Finanzierung dieses Geschäfts gelingt. Mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge ist das kanadische Unternehmen auch mit Cisco Chart zeigen Systems, Google Chart zeigen und SAP Chart zeigen im Gespräch, die sich aber nicht zu den Informationen äußerten.

Lazaridis gilt als einer der Verantwortlichen für die heutigen Probleme von Blackberry: Während seiner Amtszeit hatte das Unternehmen unter anderem den Trend zu Touchscreen-Telefonen unterschätzt. Er war im Streit mit dem aktuellen Firmenchef Thorsten Heins aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Blackberry hatte in diesem Jahr auf ein neues Betriebssystem gesetzt, um die Talfahrt zu stoppen. Die neuen Telefone verkauften sich bisher jedoch schlecht und das kanadische Unternehmen kündigte nach einem hohen Verlust den Abbau von 40 Prozent der Arbeitsplätze an.

Der Aktienkurs von Blackberry stieg nach Bekanntwerden der Pläne Lazaridis' leicht. Seit der Vorlage schlechter Geschäftszahlen hatten die Blackberry-Papiere mehr als 20 Prozent eingebüßt.

Zuletzt hatte ein anderer Firmengründer aus der IT-Branche sein Unternehmen zurückgekauft: Michael Dell kaufte den Aktionären den Computerhersteller für 25 Milliarden Dollarwieder ab. Ohne den Börsen-Druck will Dell das Unternehmen nun in Richtung Service umbauen - den Trend zu Tablet-PCs hat das Unternehmen verpasst.

mia/Reuters/dpa/AP

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username987 11.10.2013
1. anteil von 5,7 auf 8% erhöht
ein ernsthaftes engagement hört sich anders an, siehe michael dell
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