Angeschlagener Handy-Konzern Blackberry macht 5,87 Milliarden Dollar Miese

Allein im vergangenen Quartal brachen die Erlöse um mehr als 60 Prozent ein, das Geschäftsjahr schloss Blackberry mit einem Milliardenverlust ab. Konzernchef Chen hofft aber, von 2015 an wieder Gewinne zu präsentieren.

Blackberry-Sitz im kanadischen Waterloo: Immer weniger verkaufte Smartphones
REUTERS

Blackberry-Sitz im kanadischen Waterloo: Immer weniger verkaufte Smartphones


Waterloo - Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry kommt nicht aus der Verlustzone. In dem Anfang März abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal machte der Konzern einen Verlust von 423 Millionen US-Dollar, wie das kanadische Unternehmen am Freitag mitteilte. Im gesamten Geschäftsjahr sammelte sich ein Minus von 5,87 Milliarden Dollar an.

Die Einbußen beim Umsatz zeigen, wie dramatisch das Blackberry-Geschäft binnen eines Jahres geschrumpft ist. Im Schlussquartal brachen die Erlöse auf 976 Millionen Dollar ein - im Jahresvergleich ein Minus von rund 63 Prozent. Von Quartal zu Quartal gab es einen Rückgang von 18 Prozent, mit einem ähnlichen Wert rechnet Blackberry auch für das laufende Vierteljahr.

Die Krise von Blackberry hatte sich verschärft, nachdem vor einem Jahr der große Hoffnungsträger - das Touchscreen-Smartphone Z10 - floppte. Der neue Konzernchef John Chen will Blackberry mit einem Fokus auf Firmenkunden und neue Telefone mit der klassischen Tastatur wieder aufrichten. Unter anderem soll Blackberry-Software für die Verwaltung von Smartphones verschiedener Hersteller in Unternehmen dienen.

3,4 Millionen verkaufte Smartphones im vergangenen Quartal

Blackberry verkaufte im vergangenen Quartal insgesamt 3,4 Millionen Smartphones. Das waren fast eine Million weniger als noch in den drei Monaten zuvor. Zwei Drittel der im vergangenen Quartal verkauften Geräte liefen noch mit dem alten Betriebssystem Blackberry 7, statt mit der aktuellen Software. Chen kündigte in einer Telefonkonferenz an, Telefone mit Blackberry 7 sollen weiter hergestellt werden.

Chen hofft, Anfang 2015 wieder einen Gewinn präsentieren zu können. Dafür werde er auch Umsatzeinbußen in Kauf nehmen, hatte er im Februar gesagt. "Für mich sind schwarze Zahlen wichtiger als Umsatzwachstum. Jedes Gerät, das wir verkaufen, muss Geld verdienen."

Dieses Ziel soll auch durch eine Produktionspartnerschaft mit dem Auftragsfertiger Foxconn erreicht werden. Sie soll die Kosten für neue Geräte senken und Blackberry von den Absatzrisiken befreien. Erstes Produkt der Kooperation ist ein günstiges Telefon in Indonesien. Die Ziele bei Kostensenkungen seien ein Quartal früher als geplant erreicht worden, sagte Chen.

yes/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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susuki 28.03.2014
1.
Gut so, so soll es allen NSA-hörigen Firmen ergehen! Cisco is next!
cindy2009 28.03.2014
2. optional
Seit der umstellung auf active sync ist der erwerb eines solchen geräts viel zu teuer und bietet keinen mehrwert. Schade, das zeug war echt gut.
Mr. Wolf 28.03.2014
3. Was ein Abstieg!
Selten hat eine Firma so viele gute Chancen durchziehen lassen und war so blind gegenüber Innovation. 2003, als ich mein erstes geschäftliches Blackberry erhalten habe, war ich begeistert. Mobile Email, Kalender, Telefon, alles in einem und gut bedienbar (anders als die sonstigen klobigen "Navigatoren" dieser Zeit). Apple? Hat damals noch MP3-Spieler gebaut. Samsung? Fernseher... Blackberry hat's allen gezeigt und war auf der Überholspur, ohne Verfolger. Und dann? Das seitliche Bedienrad wurde durch einen zentralen Trackball ersetzt und der dann wiederum durch ein wackliges Mini-Touchpad. Und sonst? Funkstille. Man könnte meinen, Blackberry haette ab 2005 ihre komplette Entwicklermanschaft rausgeschmissen, weil das Geschäft ja eh läuft - und Innovationen kosten ja auch nur ne Menge Geld... Wenn eine Firma den Untergang verdient hat, dann RIM/Blackberry, die nach einem großen gelungenen Clou praktisch alles falsch gemacht haben.
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