Angeschlagener Smartphone-Pionier Blackberry verhandelte mit Facebook über Verkauf

Der kriselnde Smartphone-Hersteller Blackberry sucht dringend einen potenten Käufer. Laut einem Zeitungsbericht soll das Unternehmen unter anderem mit Facebook-Vertretern in Kalifornien gesprochen haben. Für das soziale Netzwerk wäre ein solcher Deal eine große Chance.

Blackberry-Zentrale in Waterloo: Mehrere Interessenten
REUTERS

Blackberry-Zentrale in Waterloo: Mehrere Interessenten


New York - Der notleidende Smartphone-Spezialist Blackberry hat laut einem Zeitungsbericht mit dem Online-Netzwerk Facebook über einen möglichen Kauf gesprochen. Blackberry-Vertreter seien für die Gespräche vergangene Woche nach Kalifornien gereist, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Es sei jedoch unbekannt, ob Facebook Chart zeigen wirklich interessiert sei. Die Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

Der einstige Smartphone-Pionier Blackberry steckt in einer Existenzkrise. Konkurrenten wie Apple Chart zeigen und Samsung Chart zeigen haben dem Unternehmen längst den Rang abgelaufen. Um zu retten, was zu retten ist, hatte sich der Konzern im August selbst zum Verkauf gestellt. Mit der kanadischen Finanzholding Fairfax gibt es bereits einen vorläufigen Deal für 4,7 Milliarden Dollar, zuletzt hatten aber Zweifel an der Finanzierung des Deals zugenommen. Die Frist zur Prüfung des Kaufs endet in der kommenden Woche.

Deshalb sondiert Blackberry auch andere Möglichkeiten. So will der Mitgründer und frühere Co-Chef Michael Lazaridis ein Übernahmeangebot einreichen. Angeblich haben auch der Finanzinvestor Cerberus und der chinesische Computerkonzern Lenovo Interesse.

Für Facebook hätte der Kauf eines Handy-Herstellers durchaus Charme. Die Nutzung des sozialen Netzwerk läuft immer häufiger über Mobilgeräte. Beim Vertrieb der Software und der Sammlung von Nutzerdaten ist Facebook dabei bisher abhängig von den Geräteherstellern. Das könnte sich mit einem eigenen Facebook-Smartphone ändern.

Blackberrys Absturz: Der einstige Pionier hat Marktanteile verloren
SPIEGEL ONLINE

Blackberrys Absturz: Der einstige Pionier hat Marktanteile verloren

stk/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Affenhirn 30.10.2013
1. korrektur
Wollen Sie freundlicherweise in der Unterüberschrift das erste "Facebook" durch "Blackberry" ersetzen? Im übrigen kein Wunder, dass es Blackberry schlecht geht, wenn man die Geheimnisse des Push-Service freigibt: http://www.dailymail.co.uk/indiahome/indianews/article-2126277/No-secrets-Blackberry-Security-services-intercept-data-government-gets-way-messenger-service.html
waldemar 30.10.2013
2. Spätestens nach dieser Meldung ...
... sollten ALLE Blackberry Großkunden, alternativen hin oder her, nicht nur über einen Wechsel nachdenken, sondern diesen auch ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen!
stefansaa 30.10.2013
3.
Zitat von waldemar... sollten ALLE Blackberry Großkunden, alternativen hin oder her, nicht nur über einen Wechsel nachdenken, sondern diesen auch ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen!
Sofern Facebook den Zuschlag erhält, wäre dies sicherlich der Fall. Ich würde mich dann auch von BB verabschieden aber erst einmal abwarten was passiert, wenn die Frist endet.
Earthmade 30.10.2013
4. Siemens...
...sollte Blackberry kaufen. Es ist im Lichte aktueller Entwicklungen auf Dauer unklug keine europäisch Smartphone-Technologie zu haben und sich hier komplett von Amerika und Asien abhängig zu machen. Auch wenn es im ersten Moment nicht profitabel erscheint hat Blackberry mit fokussierter Ausrichtung sicherlich noch das Potential ein Global Player zu bleiben. Und der Bedarf an unabhängigen und datenschutzorientierten Smartphone Anbietern wird in Zukunft eher zunehmen. Wir werden erst realisieren welche Chance vertan wurde, wenn Blackberry insolvent ist oder von einer Datenkrake übernommen wurde.
crabman66 30.10.2013
5. Horrorvorstellung
Ein eigenes Facebook-Handy/Smartphone ist doch nun wirklich die schlimmste Horrorvorstellung die es für mich gibt. Gut, ich kann nichts machen wenn Geheimdienste meine Daten abgreifen, immerhin sehen die ja in jedem eine echte terroristische Bedrohung. Aber für Facebook bin ich doch wirklich nur ne 120 Dollar Sau, die geschlachtet werden soll. Nein Danke.
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