Blackrock-Chef Larry Fink "Ich habe bisher nichts Vergleichbares erlebt"

Der mächtigste Mann der Finanzmärkte erwartet einschneidende Folgen der Coronakrise für die Wirtschaft. Langfristig bleibt er aber optimistisch.
Blackrock-Chef Larry Fink: "Ich habe bisher nichts Vergleichbares erlebt"

Blackrock-Chef Larry Fink: "Ich habe bisher nichts Vergleichbares erlebt"

Foto: Mark Lennihan/ AP

Blackrock, der größte Vermögensverwalter der Welt, rechnet durch die Coronakrise mit grundlegenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Verbreitung des Virus habe "nicht nur die Finanzmärkte und das kurzfristige Wachstum unter Druck gesetzt", sondern auch eine Neubewertung vieler Annahmen zur Weltwirtschaft bewirkt, schreibt der Chef des Vermögensverwalters, Larry Fink, in seinem diesjährigen Brief an die Aktionäre des Unternehmens.

"Wenn wir diese Krise überstanden haben, wird die Welt eine andere sein. Die Psychologie der Anleger wird sich verändern. Das Geschäftsleben wird sich verändern. Der Konsum wird sich verändern", heißt in dem Schreiben. Fink habe in seinen 44 Jahren im Finanzbereich "nichts Vergleichbares" erlebt.

Fink blickt insgesamt aber zuversichtlich in die Zukunft: "Die Welt wird diese Krise überstehen. Die Wirtschaft wird sich erholen. Und jenen Anlegern, die ihre Augen nicht auf den wackeligen Boden unter unseren Füßen richten, sondern auf den Horizont, bieten sich an den Märkten jetzt enorme Chancen."

Bei der Geldanlage könnte die aktuelle Krise nach Finks Einschätzung zum Katalysator für Angebote werden, die Kriterien wie Umweltschutz, Soziales und gute Unternehmensführung berücksichtigen. "Die aktuelle Pandemie führt uns vor Augen, wie fragil die Welt ist und welcher Wert in nachhaltigen Portfolios steckt", schreibt Fink. "Wenn wir diese Krise überstanden haben und Anleger ihre Portfolios anpassen, haben wir die Möglichkeit, eine nachhaltigere Welt zu schaffen."

Die Worte des Blackrock-Chefs haben Gewicht. Der 1988 gegründete Finanzriese verwaltet nach jüngsten Zahlen für das Jahr 2019 gut 7,4 Billionen Dollar (gut 6,7 Billionen Euro) Anlagegelder. Das US-Unternehmen ist weltweit an mehr als 15.000 Unternehmen beteiligt, in Deutschland unter anderem an allen Dax-Konzernen.

hej/dpa
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