Frankreich Falschnachricht verbreitet - Bloomberg News muss Millionenstrafe zahlen

Weil die Nachrichtenagentur Bloomberg Infos aus einer gefälschten Pressemitteilung über den französischen Bauriesen Vinci aufgriff, soll sie fünf Millionen Euro zahlen. Das Medienhaus will das nicht hinnehmen.
Börse in Paris: Die 2016 unter anderem von Bloomberg News verbreitete Falschnachricht hatte einen Kurssturz der Vinci-Aktien ausgelöst

Börse in Paris: Die 2016 unter anderem von Bloomberg News verbreitete Falschnachricht hatte einen Kurssturz der Vinci-Aktien ausgelöst

Foto: IAN LANGSDON/EPA/DPA

Die französische Finanzaufsicht AMF hat die Nachrichtenagentur Bloomberg zu einer Strafe von fünf Millionen Euro wegen Verbreitung von Falschnachrichten verurteilt. Die Agentur habe im Jahr 2016 in einem Bericht über den französischen Bauriesen Vinci Informationen aufgegriffen, die sie "als falsch hätte erkennen müssen", teilte die Finanzaufsicht mit .

Bloomberg News und andere Medien hatten den Inhalt einer gefälschten Pressemitteilung übernommen, wonach der Konzern wegen "sehr schwerer" Unregelmäßigkeiten in Milliardenhöhe eine Rechnungsprüfung veranlasst habe. Zudem sei der Finanzvorstand entlassen worden. In der Folge stürzten die Kurse von Vinci im November 2016 um rund 18 Prozent ab.

Nach Ansicht von AMF hielt sich Bloomberg News damals nicht an journalistische Grundsätze, "da keine Überprüfung der Information vor der Veröffentlichung erfolgte". Die gefälschte Pressemitteilung war in ihrer Aufmachung zwar kaum von offiziellen Papieren des Bauriesen zu unterscheiden. Allerdings wurde sie auf einer gefälschten Webseite veröffentlicht, zudem war die Handynummer des Konzernsprechers falsch.

Bloomberg News kündigte an, gegen die Entscheidung der Finanzaufsicht in Berufung zu gehen und bezeichnete sich selbst als eines der "Opfer einer raffinierten Falschmeldung". Anstatt die Hintermänner aufzuspüren, bestrafe die AMF nun Medienunternehmen.

Die Agentur gehört zum globalen Medienunternehmen Bloomberg LP, das 1981 in New York von Michael Bloomberg gegründet wurde. Der Milliardär hat kürzlich angekündigt, ins Rennen der US-Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur einzusteigen . Er ist nicht Chefredakteur der Nachrichtenagentur Bloomberg News, diesen Posten hat John Micklethwait inne.

Nachdem Michael Bloomberg seine Kandidatur für das Weiße Haus angekündigt hatte, veröffentlichte Micklethwait ein Memo, in dem die Nachrichtenagentur erklärte, "unsere Tradition, Mike (und seine Familie und Stiftung) nicht zu untersuchen, fortzusetzen und die gleiche Politik auf seine Rivalen in den Vorwahlen der Demokraten auszudehnen". Er sagte jedoch, die wirtschaftsorientierte Nachrichtenorganisation werde weiterhin "die jeweilige Regierung, aktuell die Trump-Administration, zum Gegenstand von Berichterstattung machen".

aar/AFP
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