Firma von Amazon-Gründer Bezos Blue Origin kündigt ersten bemannten All-Flug an

Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin will im Juli erstmals Menschen ins All bringen – und versteigert einen freien Platz. Viel Zeit in der Schwerelosigkeit bleibt dabei aber wohl nicht.
Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos (2017)

Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos (2017)

Foto: Isaiah Downing / REUTERS

Am 20. Juli soll die Rakete »New Shepard« in den Weltraum starten. Erstmals will die Raumfahrtfirma von Amazon-Gründer Jeff Bezos dabei Menschen ins All bringen. Dafür versteigert das Unternehmen einen Sitz in der Astronautenkapsel. Seit Mittwoch könne dafür online mitgesteigert werden, der Gewinner solle am 12. Juni ermittelt werden, teilte die Firma Blue Origin mit. »Dieser Sitz wird verändern, wie du die Welt siehst«, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Passagierrakete hat 15 unbemannte Testläufe erfolgreich absolviert.

Der Flug wird insgesamt nur zehn Minuten dauern, vier Minuten davon werden die Passagiere oberhalb der Kármán-Linie verbringen, die die Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum markiert. In rund hundert Kilometer Höhe kann die Crew an Bord dann Schwerelosigkeit erleben und die Krümmung der Erde vom Weltraum aus betrachten.

Das Unternehmen möchte künftig Touristen kurze Reisen in den Weltraum anbieten. Die Passagierkapsel wird von einer kleinen, wiederverwendbaren Rakete angetrieben, die nach dem Erreichen der Flughöhe getrennt von der Kapsel zur Erde zurückkehrt. Die Kapsel selbst gleitet von Fallschirmen gebremst zurück zur Erdoberfläche.

Bezos hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet. Mitte April hatte die Firma ihre »New Shepard« genannte Rakete mit Astronautenkapsel zuletzt getestet. Dabei erreichte sie eine Höhe von rund 105 Kilometern, bevor sie zur Erde zurückkehrte. Erstmals probten dabei auch Mitarbeiter der Firma vor dem Start und nach der Landung einige Aufgaben von Astronauten, der eigentliche Testflug blieb aber unbemannt.

Blue Origins Ankündigung gibt Bezos den dringend benötigten Schwung, nachdem das Unternehmen im Rahmen des hochkarätigen NASA-Programms, das die Amerikaner in den kommenden Jahren zum Mond zurückbringen soll, einen 2,9 Milliarden Dollar schweren Auftrag an SpaceX verloren hat.

kim/dpa/AFP/Reuters
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