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Forderung des Betriebsrats BMW-Mitarbeiter sollen nur noch drei Tage pro Woche ins Büro

Die Coronakrise hat Millionen Menschen ins Homeoffice gezwungen. Geht es nach dem BMW-Betriebsrat, sollen Arbeitnehmer nun dauerhaft von der Präsenzpflicht befreit werden - zumindest an einzelnen Tagen.
aus DER SPIEGEL 26/2020
BMW-Zentrale in München: Betriebsrat fordert mehr Freiraum bei den Arbeitszeiten

BMW-Zentrale in München: Betriebsrat fordert mehr Freiraum bei den Arbeitszeiten

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CHRISTOF STACHE / AFP

BMW-Mitarbeiter sollten künftig deutlich mehr Freiraum bei den Arbeitszeiten erhalten. Das fordert Betriebsratschef Manfred Schoch. An mindestens zwei Tagen in der Woche sollten die Beschäftigten nicht mehr im Büro erscheinen müssen, sondern zu Hause oder an einem anderen Ort ihrer Wahl arbeiten dürfen. "Das wäre ein Weckruf für die gesamte deutsche Wirtschaft", sagte Schoch dem SPIEGEL. "Die Unternehmen müssen erkennen, dass sie ihre Mitarbeiter nicht mehr an einen festen Ort binden sollten." 

Ein höheres Maß an Flexibilität käme nicht nur den Beschäftigten und ihren Familien zugute, sondern auch der Umwelt. Würden alle Arbeitgeber die Präsenzpflicht auf drei Tage pro Woche herunterfahren, sänke der Berufsverkehr um 40 Prozent, so Schoch. "Mit dieser einfachen Maßnahme ließen sich CO2-Emissionen und Staus reduzieren – und die Lebensqualität in den Städten ließe sich erheblich steigern." Die Unternehmen wiederum könnten Geld sparen, weil sie weniger Büroflächen bräuchten.

"Zu viele Kontrollfanatiker"

Schoch bezweifelt jedoch, dass sich die Wende schon bald in ganz Deutschland umsetzen lässt: "In den Führungsetagen sitzen noch zu viele Kontrollfanatiker, die ihre Mitarbeiter am liebsten direkt vor der eigenen Bürotür haben." Auch das BMW-Management hänge zu sehr an einer Präsenzkultur. "Wir sollten die Krise nutzen, um diese neue Form des mobilen Arbeitens zum gesellschaftlichen Standard zu machen."

DER SPIEGEL 26/2020

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Der BMW-Betriebsratschef hatte schon in der Vergangenheit ungewöhnliche Maßnahmen vorgeschlagen, um Verkehr und Abgase zu reduzieren. Im Herbst 2018 startete Schoch bei BMW ein Programm für Dienstfahrräder. Mitarbeiter am Hauptsitz in München rief er zum Umstieg auf das umweltfreundlichere und platzsparende Verkehrsmittel auf. "Wir haben 40.000 Mitarbeiter in München", sagte Schoch damals dem SPIEGEL, "wenn nur zehn Prozent davon aufs Rad umsteigen, könnte man zwei Parkhäuser zumachen". Mittlerweile zählt BMW nach eigenen Angaben zu den größten Fahrrad-Leasing-Unternehmen in Deutschland.

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