Rückrufe und neuer Abgasstandard BMW warnt vor Gewinneinbruch - Aktie gibt stark nach

Wegen des neuen Abgas-Prüfverfahren WLTP und teurer Rückrufe senkt BMW seine Gewinnprognose. Der Konzern erwartet so wenig Rendite wie im Krisenjahr 2009.

Fahnen mit dem Logo von BMW
DPA

Fahnen mit dem Logo von BMW


Die aufwendige Umstellung auf das neue Abgas-Prüfverfahren WLTP und teure Rückrufe machen BMW zu schaffen. Der Konzern hat deshalb seine Prognosen für das laufende Jahr senken müssen.

Die operative Umsatzrendite im Kerngeschäft Autobau dürfte in diesem Jahr unter das eigentliche Ziel von acht bis zehn Prozent rutschen, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in München mit. Es wäre das erste Mal seit dem Finanzkrisenjahr 2009, dass BMW Chart zeigen die Marke von acht Prozent nicht erreicht. Vor Steuern und Zinsen erwartet das Management in der Sparte nun eine operative Marge von 7 Prozent.

Vor der Einführung des neuen Prüfstandards für Abgas- und Verbrauchswerte (WLTP) zum 1. September hatte die Konkurrenz in der EU hohe Rabatte auf Autos mit dem alten Prüfstandard gewährt. Das macht BMW zu schaffen. Der Umsatz mit Autos dürfte im Gesamtjahr leicht unter dem Vorjahr (angepasster Wert 85,7 Milliarden Euro) liegen. Bisher hatten die Münchner mit einer leichten Steigerung gerechnet.

BMW ist mit seiner Gewinnwarnung nicht allein im Markt. Rivale Daimler hatte bereits im Juni seine Ziele senken müssen. Auch Zulieferer wie Conti bekommen derzeit Gegenwind zu spüren. Am Aktienmarkt kam die BMW-Aktie unter Druck und verlor zeitweise rund 5 Prozent. Auch die Titel von Daimler und Volkswagen wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Bisher wurde ein Ergebnis wie im Vorjahr angestrebt

Vorleistungen für neue Technik und Modelle kosten gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich etwa eine Milliarde Euro zusätzlich. Auch der starke Euro und andere ungünstige Wechselkurse drücken auf die Ergebnisse und belasten mit einem mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Als weitere Gründe nannte das Unternehmen gestiegene Rückrufe und Kulanzmaßnahmen, zudem belasteten die andauernden internationalen Handelskonflikte. Vor allem zwischen den USA und China war ein Handelsstreit entflammt, höhere Zölle auf nach China importierte Autos aus US-Produktion dämpfen den Absatz im wichtigsten Einzelmarkt der Welt. In Südkorea und Europa muss BMW Hunderttausende Autos wegen möglicher Brandgefahr zurückrufen.

hej/cop/dpa-AFX



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
juca69 25.09.2018
1. Rückrufe vs Einkauf (Beschaffung)
Wäre es nicht mal interessant, dass (zB ein Unternehmensberatung) den durch den Einkauf (Beschaffung) erzielten Einkaufserfolg pro Baureihe über den Lebenszyklus, mal gegenrechnet mit den verursachten Kosten durch zu starkem drücken der Zulieferer? Sprich: Rückrufe etc. Wäre das nicht mal eine SPON Recherche und Artikel wert? Bei zu hohem Kostendruck leidet nunmal entweder die Qualität oder es wird minderwertige Ware eingekauft... und dann wundern sich alle über Rückrufe... nur mal so ein Gedanke.
Vogel VT 25.09.2018
2. Die Besitzer von BMW
und anderer Autokonzerne haben mit kriminellen Machenschaften in letzter Zeit gut abkassiert. Jetzt ist es an der Zeit, wenigstens ein kleines Stück Gerechtigkeit dagegen zu sertzen. Kein Mitleid mit denen. Ganz im Gegenteil. Ausserdem werden nur die aktuellen Gewinne angegriffen. Die Substanz und die Fähigkeiten bleiden erhalten und ermöglichen neue Gewinne. Also eher ein Chance einzustegen als ein Grund zu heulen.
Rainer Carstens 26.09.2018
3. Wie lange wußten die von
dem neuen Prüfverfahren? Eine Woche oder ein Jahr? Die haben von. Betrug am Autofahrer und im Vertrauen auf das Wohlwollen der Politik schön Reibach gemacht und jammern jetzt rum? Mein nächstes Auto wird kein deutsches mehr. Ich denke mal der richtige Umsatzrückgang kommt erst noch .
schlauchschelle 26.09.2018
4. Ich frage mich, ganz ernsthaft,
was die Aktionäre, Invester und sonstige, profiterwartende Menschen, machen, wenn uns irgendwann einmal die Ressourcen ausgehen, die Märkte durchsättigt sind und die Menschen aufgrund massivster Überschuldung nichts mehr kaufen können / wollen? Helikoptergeld? Enteignungen? Kriege? Alle 5 Jahre wird das Produkt Zwangsverschrottet? Es kann und wird kein ewiges Wachstum geben, das gibt der Planet nicht her. Ich fürchte, dann wird es langsam, aber unaufhörlich sehr sehr ungemütlich und dem Ende zugehen....
im_ernst 26.09.2018
5. Die Besitzer von BMW
(ca.9000 Besitzer) haben die richtig und Gesetzeskonform entwickelte Software aufgespielt bekommen und gut wars. Kein BMW Besitzer hat Entschädigungen kassiert. Es musste keiner entschädigt werden weil BMW keine illegalen Abschalteinrichtungen hatte. Dass WLTP kommt war seit zwei Jahren bekannt- und seitdem wurde investiert und entwickelt- sowas kostet Geld...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.