Arbeitszeit angeglichen BMW führt 35-Stunden-Woche im Werk Leipzig ein

Beschäftigte in Ostdeutschland mussten bei BMW bislang länger fürs gleiche Geld arbeiten. Bis 2026 soll damit nun in Leipzig Schluss sein, Hunderte neue Kräfte sollen die Lücke schließen.
BMW-Produktion in Leipzig im Juni 2020: »Wir schaffen gleiche Verhältnisse«

BMW-Produktion in Leipzig im Juni 2020: »Wir schaffen gleiche Verhältnisse«

Foto: Jan Woitas/ dpa

Auch mehr als 30 Jahre nach der Wende sind viele Tarifverträge in Ostdeutschland noch schlechter als in Westdeutschland. BMW will daran nun etwas ändern – und gleicht wie Volkswagen die Arbeitszeit für Beschäftigte in beiden Landesteilen an.

Die Arbeitszeit werde bis 2026 in drei Schritten auf 35 Stunden pro Woche reduziert, teilte das Unternehmen mit. Betriebsratsvorsitzender Manfred Schoch sprach von einem historischen Erfolg in der Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West. »Mehr als 30 Jahre nach der Wende müssen unsere BMW-Group-Beschäftigten aus dem Osten endlich nicht drei Stunden die Woche mehr arbeiten als ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Westen.«

Einen Monat weniger Arbeit pro Jahr

VW hatte im Mai angekündigt, die Tarifbedingungen der ostdeutschen Beschäftigten an die in Westdeutschland anzugleichen und die bisher eigenständige VW Sachsen GmbH mit Werken in Chemnitz, Dresden und Zwickau in die Volkswagen AG einzubinden. Die kürzere Arbeitszeit müssen die ostdeutschen VW-Mitarbeiter aber selbst erarbeiten, dazu soll die Produktivität erhöht werden.

BMW-Personalchefin Ilka Horstmeier begründete den Schritt für ihr Unternehmen mit den Worten: »Wir schaffen gleiche Verhältnisse.« Das Werk Leipzig ging 2005 in Betrieb und beschäftigt heute 5300 Mitarbeiter. Gesamtbetriebsratschef Schoch sagte, die Kürzung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden in der Woche bedeute rechnerisch einen Monat weniger Arbeit im Jahr.

Das BMW-Werk im thüringischem Eisenach jedoch profitiert erst einmal nicht von dieser Regelung, weil es laut Horstmeier in einem anderen Tarifgebiet liegt und dort noch keine entsprechenden Verhandlungen geführt wurden.

BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic sagte zu der Leipziger Regelung, der Stufenplan schaffe Planungssicherheit und stelle die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sicher. Derzeit rollen in Leipzig täglich rund 1100 Fahrzeuge der kleinen Modellreihen BMW 1er und 2er und des Elektropioniers i3 vom Band. An dem Standort werden zudem Batteriemodule gefertigt.

Um die kürzere Wochenarbeitszeit auszugleichen, sollen 300 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Im Werk BMW-Leipzig arbeiten derzeit rund 5300 Menschen. Zum Produktionsstart 2005 waren es noch 2300 Mitarbeiter gewesen.

apr/Reuters/dpa
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