Vor Eröffnung Drohende Strafzölle belasten neues BMW-Werk in Mexiko

Etablierte Zuliefererkette, niedrige Löhne - und Nähe zum US-Markt: Autokonzerne produzieren gern in Mexiko. BMW hat jetzt ein neues Werk in dem Land gebaut. Doch nun droht US-Präsident Trump auch dort mit Zöllen.

Das neue Werk in San Luis Potosí: Donnerstag wird es eröffnet
BMW/ dpa

Das neue Werk in San Luis Potosí: Donnerstag wird es eröffnet


Donald Trump will, dass Mexiko zentralamerikanische Migranten stoppt - und droht dem Land mit Strafzöllen. Treffen könnte das auch den deutschen Autokonzern BMW, der diese Woche ein neues Werk in dem nordamerikanischen Land eröffnen will. Losgehen soll es mit einer fünfprozentigen Sonderabgabe. Sollte Mexiko nicht einlenken, könnten die Sonderzölle bis Oktober auf 25 Prozent steigen. "Mexiko hat die Vereinigten Staaten über Jahrzehnte ausgenutzt", sagte der US-Präsident.

In San Luis Potosí in Zentralmexiko will BMW künftig den Großteil der 3er-Reihe fertigen. Der Standort ist günstig für die Autoindustrie: Mexiko grenzt an die USA, verfügt über eine geografische Schlüssellage, eine etablierte Zuliefererkette, niedrige Löhne sowie Freihandelsabkommen mit mehr als 40 Staaten. Viele ausländische Unternehmen investieren hier, zum Beispiel Volkswagen, Daimler, Toyota und General Motors.

"Die BMW Group steht für weltweiten Freihandel"

Die drohenden Zölle überschatten nun die Eröffnung am Donnerstag. "Die BMW Group steht für weltweiten Freihandel: Wir verfügen als Unternehmen über ein weltweites Produktionsnetzwerk und einen globalen Absatzmarkt. Zudem nutzen wir die globalen Einkaufsmärkte", heißt es in einer Mitteilung. Barrierefreier Marktzugang sei nicht nur für BMW entscheidend, "sondern auch für das Wachstum, den Wohlstand und die Beschäftigung in der gesamten globalen Wirtschaft".

Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard und sein US-Kollege Mike Pompeo wollen heute in Washington zusammenkommen, um noch nach einer Lösung zu suchen. Ebrard betonte die Dialogbereitschaft seines Landes, stellte aber auch klar: "Wir werden Mexikos Würde verteidigen."

Aus Sicht der mexikanischen Regierung wären die angedrohten Strafzölle kontraproduktiv. "Wenn die bedauernswerten Zölle wirklich verhängt werden, dürften die Migrationsströme noch zunehmen und beide Volkswirtschaften wären weniger wettbewerbsfähig", hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Das neue Werk in San Luis Potosí: "Die BMW Group steht für weltweiten Freihandel"
BMW/ dpa

Das neue Werk in San Luis Potosí: "Die BMW Group steht für weltweiten Freihandel"

Für die USA ist Mexiko einer der größten Handelspartner: Die USA kaufen 68 Prozent der mexikanischen Auto-Produktion. 2018 stammte eines von drei in die USA importierten Autos aus Mexiko - das waren fast 2,7 Millionen Pkw, Pick-ups und Vans. Aus Japan importierten die USA laut US-Handelsministerium im gleichen Zeitraum 1,7 Millionen Autos, aus Deutschland 451.000.

apr/dpa



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