Gewinnrückgang erwartet BMW kündigt Einsparungen in Milliardenhöhe an

Der Gewinneinbruch wird empfindlich, BMW will gegensteuern: Es soll keine Entlassungen geben, aber es soll gespart werden - mit schlankerem Vertrieb oder verkürzten Entwicklungszeiten für Modelle.

BMW-Chef Harald Krüger
DPA

BMW-Chef Harald Krüger


BMW weitet sein Sparprogramm aus: Von 2019 bis 2022 will der Autobauer zusammengenommen zwölf Milliarden Euro einsparen.

Ein Großteil davon solle durch "schnellere Prozesse" und "schlankere Strukturen" eingespart werden, teilte BMW mit. Die Mitarbeiterzahl soll - im Gegensatz zu den Plänen von Volkswagen - jedoch nicht sinken.

BMW kämpft wie die gesamte Autobranche mit zahlreichen Problemen: die Dieselaffäre, die Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP, ein gestiegener Wettbewerbsdruck und Investitionen in die Elektromobilität drücken die Gewinne. Bei BMW ist der Gewinn im vergangenen Jahr um 16,9 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro eingebrochen. Der Umsatz ging dagegen nur leicht um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden Euro zurück.

Um genügend Geld für künftige Herausforderungen zu verdienen, planen die Konzerne einen Umbau.

  • Durch digitale Simulationen will BMW etwa die Dauer des Entwicklungsprozesses für neue Fahrzeuge um ein Drittel verkürzen.
  • Der Vertrieb der Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce soll zusammengelegt werden.
  • Ab 2021 sollen bis zur Hälfte der derzeitigen Antriebsvarianten wegfallen.
  • Im Einkauf soll noch mehr gespart werden.

BMW will altersbedingte Abgänge nicht nachbesetzen

Darüber hinaus hatte BMW bereits eine stärkere Kooperation mit Konkurrent Daimler bei Mobilitätsdiensten wie Carsharing und der Entwicklung selbstfahrender Autos angekündigt.

  • Bei den Mitarbeitern will BMW altersbedingte Abgänge nicht mehr nachbesetzen. Dafür soll die Belegschaft in den Bereichen Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektroautos weiter aufgebaut werden. Unterm Strich peilt der Konzern für 2019 eine "Mitarbeiterzahl auf Vorjahresniveau" an. 2018 stieg die Belegschaft um 3,7 Prozent auf rund 135.000 Mitarbeiter.

Es wird erwartet, dass die Maßnahmen dieses Jahr in den Zahlen noch wenig Wirkung zeigen werden. Das Konzernergebnis vor Steuern soll Konzernkreisen zufolge "mindestens zehn Prozent" unter dem Vorjahr liegen. 2018 fiel das Ergebnis vor Steuern bereits um 8,1 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.

Allerdings geht der Autobauer nach wie vor von einem geordneten Brexit aus. Sollte Großbritannien ohne Abkommen aus der EU ausscheiden, könnte dies das Ergebnis des Konzerns mit seinen beiden britischen Töchtern Mini und Rolls-Royce noch stärker belasten.

VW will Stellenabbau über Altersteilzeit lösen

Mit dem Verzicht auf das Nachbesetzen von altersbedingten Abgängen wählt BMW die gleichen Instrumente wie Volkswagen. Der Autobauer hat angekündigt, dass so zwischen 5000 und 7000 Stellen in der Verwaltung der Kernmarke VW Pkw wegfallen sollen.

Bei Volkswagen wird deshalb bereits über die Modalitäten des Sparprogramms gestritten: VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte bei einer Betriebsversammlung zehn Jahre Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 für die Kernmarke VW Pkw. Gelten solle dies für alle deutschen VW-Standorte. Bislang sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen, für die Werke Emden und Hannover gilt die Beschäftigungssicherung bis Ende 2028.

Volkswagen will mit dem Sparprogramm den Gewinn um 5,9 Milliarden Euro jährlich steigern. Mit moderner IT ließen sich viele Routinearbeiten und Prozesse automatisieren, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess vor rund 20.000 Beschäftigten. "Klar ist: dadurch werden auch in der Verwaltung Arbeitsplätze wegfallen." Dies solle etwa über Altersteilzeit sozialverträglich gelöst werden.

Diess sagte weiter, wegen der strengen EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß müsse der Anteil der Elektroautos bei Volkswagen bis 2030 bei rund 40 Prozent liegen. Allerdings: "Ein E-Auto wird mit etwa 30 Prozent weniger Arbeit hergestellt als ein Verbrenner. Es wird schwer, das nur mit Fluktuation und Altersteilzeit zu bewältigen."

kko/AFP/dpa



insgesamt 29 Beiträge
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michiansorge 20.03.2019
1. Anderer Vorschlag
Wenn BMW sparen muss, sollten zuerst ihr zukünftiges Sponsoring überdenken und gar nicht erst damit anfangen Millionen für die spätpubertären, vollkommen überbezahlten Fussballclowns von Bayern München rauszuwerfen. Das würde vermutlich ein paar Hundert Arbeitsplätze erhalten.
PeterMüller 20.03.2019
2. Nur noch 7 Mrd. Euro Gewinn für die Familie
Also wirklich, da können die Quandts nun wirklich nicht noch mehr von abgeben, um IHREN EIGENEN Laden fit für die Zukunft zu machen. Da muss man an die Mitarbeiter ran! Wenn's nicht so gotterbärmlich wäre, könnte man nur noch über solche "Manager" lachen.
quark2@mailinator.com 20.03.2019
3.
Weniger manuelle Arbeit bedeutet u.a. weniger Steuereinnahmen (Einkommenssteuer der Mitarbeiter) und ein riesiges Problem für unser Land. Man konnte das ja auch nur schon 15 Jahre lang kommen sehen. Da ist es ja gut, daß wir uns hohe Energiepreise ans Bein gebunden und dabei die IT vernachlässigt haben.
ddcoe 20.03.2019
4. Der Strukwandel betrifft
alle Autobauer und deren Zulieferer. Auf Dauer wird es auch nicht massiven Personalabbau gehen. Je eher das realistisch gesehen wird, je eher können die Mitarbeiter nach Alternativen suchen.
zensurgegner2016 20.03.2019
5.
Zitat von PeterMüllerAlso wirklich, da können die Quandts nun wirklich nicht noch mehr von abgeben, um IHREN EIGENEN Laden fit für die Zukunft zu machen. Da muss man an die Mitarbeiter ran! Wenn's nicht so gotterbärmlich wäre, könnte man nur noch über solche "Manager" lachen.
1: Es sind keine 7 MRD Gewinn die kommenden Jahre für die Quandts 2: Sie sollten die Neidbrille ablegen SIE gehen auf die Bank und wollen Zinsen SIE kaufen ein Haus und wollen dass der Wert steigt SIE gehen arbeiten und wollen dass das Gehalt steigt SIE investieren in Ihr Eigentum um es zu erhalten/auszubauen Nichts anderes machen Aktionäre Die verleihen Geld, damit es mehr wird Und wenn bei BMW dank gierigen Neidern wie Ihnen nichts mehr zu verdienen ist, dann investieren die Aktionäre eben bie BYD oder bei Huawei und Co
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