Autobauer Oliver Zipse wird neuer BMW-Chef

Der BMW-Manager Oliver Zipse wird neuer Vorstandschef des Münchner Autokonzerns. Der Aufsichtsrat berief den bisherigen Produktionsvorstand bei einer Sitzung im US-Werk Spartanburg.

Oliver Zipse (Archiv)
BMW

Oliver Zipse (Archiv)


Der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse wird neuer BMW-Chef. Er folgt auf Harald Krüger, der nach vier Jahren an der Spitze aufhört. Krüger hatte Anfang Juli nach langen Spekulationen bekanntgegeben, dass er nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht. Zipse soll sein neues Amt am 16. August antreten.

Der 55-Jährige galt laut SPIEGEL-Informationen bereits zuvor als Favorit für den Posten. Er hat seine gesamte Karriere bei BMW verbracht, zeitweise auch als Strategiechef. Führungskräfte beschreiben ihn als umgänglich und kompromissbereit, aber auch als durchsetzungsfähig. Nach außen ist er bisher jedoch kaum in Erscheinung getreten.

Zipse wurde 1964 in Heidelberg geboren, hat in den USA Informatik und Mathematik und in Darmstadt Maschinenbau studiert. 1991 begann er als Ingenieur bei BMW. Nach Stationen in München und Südafrika leitete er bis 2008 das Mini-Werk Oxford, seit 2015 trägt er als Produktionschef die Verantwortung für die weltweit 31 BMW-Werke.

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Der zweite Kandidat um den Chefposten war Klaus Fröhlich. Der 59-Jährige hat in der Vergangenheit als Entwicklungschef oft die neuesten BMW-Modelle präsentiert und handelte mit dem Konkurrenten Daimler außerdem eine Kooperation aus. Er legte sich jedoch auch mit dem mächtigen Betriebsrat an.

Der Münchner IG Metall-Chef und BMW-Aufsichtsrat Horst Lischka hatte vom künftigen Vorstandsvorsitzenden "Führungskompetenz und klare Positionierung nach innen und nach außen" gefordert. Verunsicherte Mitarbeiter und Zulieferer müssten wissen, wie sich BMW künftig positioniert.

Wie die gesamte Branche kämpft BMW mit der weltweit schwächeren Nachfrage nach Autos und neuen Zollhürden. Auch der im Oktober anstehende Brexit setzt die Münchner unter Druck.

Einen Vorsprung im Bereich der E-Mobilität hatte BMW gegenüber anderen deutschen Herstellern zuletzt jedoch wieder verspielt. Als Reaktion kündigte der Konzern an, künftig verstärkt auf Wasserstoffantriebe zu setzen. Noch in diesem Jahr könnte BMW in Kooperation mit Toyota ein Wasserstoffauto vorstellen.

kko/fek/dpa/Reuters

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