Nach Corona-Knick BMW steigert Quartalsgewinn

Das dritte Quartal lief bei BMW nach dem Corona-Einbruch wieder gut. Der Konzern will nun die Konstruktion seiner Autos grundlegend überdenken – zugunsten von E-Antrieben.
Der BMW-Firmensitz in München erinnert an einen Vierzylinder, doch die Zukunft des Konzerns dürfte elektrisch sein

Der BMW-Firmensitz in München erinnert an einen Vierzylinder, doch die Zukunft des Konzerns dürfte elektrisch sein

Foto: Moritz Wolf / imago images/imagebroker

Vom Corona-Einbruch im Frühjahr war bei BMW im dritten Quartal kaum noch etwas zu spüren. In den Monaten von Juli bis September konnte der Autokonzern mehr Gewinn machen als vor einem Jahr. Der Überschuss kletterte um gut 17 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in München mitteilte.

Verantwortlich hierfür ist – wie auch bei VW und Daimler – das inzwischen wieder kräftig angezogene Chinageschäft, das den Gewinn über das Beteiligungsergebnis steigen ließ. Aber auch im sonstigen Autogeschäft lief es etwas besser als gedacht. Hinzu kommt: BMW verschärfte seinen Sparkurs und gab weniger für Investitionen aus.

"Wir steuern das Tagesgeschäft eng an der regionalen Entwicklung der Nachfrage und können jederzeit auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren", sagte BMW-Chef Oliver Zipse. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern, in das die Chinagewinne aus Buchhaltungsgründen nicht einbezogen werden, stand erwartungsgemäß ein Rückgang von knapp 16 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal hatte BMW hier operativ noch einen deutlichen Verlust eingefahren, der Gesamtumsatz fiel um 1,4 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro.

Neun Prozent mehr Autos verkauft

Die BMW-Aktie lag im frühen Handel jedoch im Minus. Grund hierfür könnte aber auch die Unsicherheit über das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl sein, welche Auswirkungen auf das US-Geschäft hätte. Entsprechend stand am Vormittag europaweit die Autobranche unter Druck. Im Dax zählte BMW neben Daimler, Continental und VW zu den größten Verlierern.

Ungeachtet dessen kündigte BMW an, künftig noch stärker am Umstieg auf erneuerbare Antriebe zu arbeiten. Der Konzern kündigte an, den Grundaufbau seiner Fahrzeuge künftig vorrangig an die Erfordernisse von Elektroantrieben anpassen.

"Wir entwickeln eine neue Architektur, die in der Kernauslegung davon ausgeht, dass die Mehrzahl dieser Fahrzeuge auf dieser Architektur elektrisch und hochdigital sein wird", sagte Zipse. Das solle im Rahmen einer turnusmäßigen Ablösung der bestehenden beiden, auf Front- und Heckantriebe ausgerichteten Fahrzeugarchitekturen ab 2025 geschehen.

Anders als etwa Volkswagen leistet sich der kleinere BMW-Konzern keine separate Plattform für Elektroautos. Die ersten Fahrzeuge auf Basis der neuen Architektur würden im neuen BMW-Werk in Ungarn produziert, kündigte Zipse an. Dort laufe Mitte dieses Jahrzehnts die auf batteriebetriebene Fahrzeuge ausgerichtete Architektur an. 

Insgesamt verkaufte BMW im dritten Quartal hat der Konzern 676.000 Autos, fast neun Prozent mehr als im Vorjahr. In China lag die Nachfrage sogar um ein Drittel höher. In Deutschland befeuerten die Kaufprämien für Elektro- und Hybridautos die Nachfrage. In den USA dagegen lag sie weiter deutlich niedriger als vor einem Jahr.

apr/dpa/Reuters
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