Umbruch in der Autoindustrie BMW und Jaguar schmieden Motoren-Allianz

BMW und Jaguar Land Rover weiten nach SPIEGEL-Informationen ihre Zusammenarbeit aus. Die Konzerne wollen nun auch bei Benzin- und Dieselmotoren kooperieren.

BMW-Zentrale in München
Lino Mirgeler/DPA

BMW-Zentrale in München


Die geplante Autoallianz zwischen BMW und dem britischen Hersteller Jaguar Land Rover (JLR) ist umfassender als bisher bekannt. Die beiden Konzerne wollen nach SPIEGEL-Informationen nicht nur Elektroantriebe gemeinsam entwickeln, wie bereits angekündigt, sondern auch bei Benzin- und Dieselmotoren zusammenarbeiten.

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BMW soll seinem Partner im großen Stil Verbrennungsmotoren verkaufen, heißt es aus dem Umfeld des Münchner Konzerns. JLR, eine Tochter des indischen Autokonzerns Tata Motors, könnte dann die eigenen Investitionen in Verbrenner reduzieren und sich in Zukunft stärker auf E-Antriebe konzentrieren. BMW könnte in dem absehbar schrumpfenden Markt für Verbrennungsmotoren die eigenen Werke besser auslasten. Beide Unternehmen wollten die Ausweitung der Kooperation nicht kommentieren.

Mit ihrer Zusammenarbeit folgen BMW und JLR einem Trend, der in der ganzen Autobranche zu beobachten ist. Ehemalige Konkurrenten bündeln Know-how und Investitionen, weil sich der technische Wandel für einzelne Hersteller allein kaum noch bewältigen lässt. Milliardenausgaben sind nötig, um neue E-Antriebe zu entwickeln und zugleich Verbrennungsmotoren auf den neuesten technischen Stand zu bringen.

Eine Kooperation bei der E-Mobilität hatten offenbar auch BMW und VW sondiert. Eine Zusammenarbeit zweier großer deutscher Hersteller dürfte jedoch eine langwierige Prüfung der Kartellbehörden nach sich ziehen und wurde deswegen vorerst verworfen.

BMW arbeitet an einer neuen Geschäftsstrategie. Ausarbeiten soll diese der neue BMW-Chef Oliver Zipse. Der bisherige Produktionsvorstand soll sein neues Amt am 16. August antreten. Er folgt auf Harald Krüger, der nach vier Jahren an der Spitze aufhört.

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sh/mhs



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
Andreas P. 19.07.2019
1. Macht doch Sinn
JLR baut formschöne und individuellere Autos, die sich vom Design-Einheitsbrei abheben und BMW hat die besten Premium Motoren. Passt! Bitte machen!
egoneiermann 19.07.2019
2.
Zitat von Andreas P.JLR baut formschöne und individuellere Autos, die sich vom Design-Einheitsbrei abheben und BMW hat die besten Premium Motoren. Passt! Bitte machen!
Hat Jaguar den E-Type wieder aufgelegt? Das wäre etwas formschönes. Die heutigen Jaguar-Modelle sind hauptsächlich in der AMG-Klasse angesiedelt und machen einfach nur Lärm. Und der Urspüngliche Land-Rover wird im Zuge der SUV-Welle immer dicker und hässlicher.
RalfBukowski 19.07.2019
3. Da im Zuge der...
...Downsizing- und Hybridisierungswelle ohnehin alles auf einen Vierzylinder mit Turbo hinausläuft, ist es jetzt auch völlig egal, woher der Moptor kommt. Schon jetzt sind kleine Mercedes-Maschinen von Renault, MINI hat mal mit Chrysler angefangen, ist jetzt - glaube ich - bei Peugeot-Motoren. Oder mittlerweile Toyota? Nun, wen interessiert das noch? Die Verbrenner hören sich mittlerweile alle gleich an, ein Volvo XC90 klingt wie eine Polo mit Diesel. Elektromotoren sind sowieso völlig wurst. Man fragt sich schon, wie sich die Hersteller in Zukunft differenzieren wollen. Was unterscheidet einen aktuellen 1er BMW noch von einem aktuellen Mercedes A? Der Grad der Hässlichkeit, vielleicht. In Bezug auf BMW und Jaguar schätze ich mal, dass spätestens in zwei Jahren der Sechszylinder zu Grabe getragen und durch den oben erwähnten Einheits-Vierzylinder ersetzt worden ist. Schöne neue Welt.
BurpyUk 19.07.2019
4. Deja-vu ...
das gab's doch schon mal in den 90ern. Die alten BMW- Seilschaften ziehen anscheinend immer noch. Ob's diesmal klappt ?
arvenfoerster 19.07.2019
5. Macht Sinn ...
... diese Zusammenarbeit. Zwar sind die beiden Hersteller Konkurrenten in der oberen Mittelklasse, bedienen auch da wo sie nicht konkurrieren einen ähnlichen Marktbereich. Was die Antriebe angeht, kann sowieso derzeit niemand sagen, wo die Reise hingeht. Die batteriegestützte E-Mobilität wird in die Höhe gejubelt, ohne Verkaufserlöse zu generieren und ist wohl auch zukünftig ein aufgezwungenes Nischenprodukt. Zu gering ist ihr Einsatzbereich und ihr Nutzen im Umweltschutz. Die Brennstoffzelle ist aufgrund der Flüchtigkeit des Wasserstoffs schwierig im Alltagsbetrieb. Bleibt die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren als derzeit realistischste Variante. Für alle Wege kann aber kein Hersteller allein Forschungsmittel aufbringen.
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