Managervergütung BP-Chef bekommt 40 Prozent weniger Geld

Großzügiges Gehalt und Bonus obendrauf: Die Vergütung von BP-Chef Bob Dudley wurde häufig kritisiert. Jetzt hat der Ölkonzern reagiert und die Bezahlung drastisch gekürzt. Trotzdem verdient keiner in der Branche mehr.

BP-Chef Dudley
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BP-Chef Dudley


Die Kritik am hohen Gehalt von BP-Chef Bob Dudley hat offenbar Wirkung gezeigt. Seine Jahres-Bezüge sanken 2016 um 40 Prozent - auf immer noch stolze 11,6 Millionen Dollar, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht des Ölkonzerns hervorgeht. Die geringere Bezahlung stehe im Zusammenhang mit Veränderungen bei den Vergütungsregeln, teilte das Unternehmen mit, vor allem seien die Bonuszahlungen geringer ausgefallen.

Im vergangenen Jahr hatten 59 Prozent der Aktionäre auf der BP-Hauptversammlung gegen Dudleys Gehaltspaket gestimmt. Trotz hoher Verluste im Konzern sollte die Gesamtbezahlung um 20 Prozent auf 19,4 Millionen Dollar steigen. BP hatte daraufhin eine Überprüfung seiner Vergütungspolitik angekündigt.

Die Bezahlung von Konzernchefs hat in Großbritannien für viel Kritik gesorgt, nachdem Vorstände trotz einer Reihe von Unternehmensskandalen hohe Boni bekommen hatten. Anlegerschützer begrüßten die Entscheidung von BP als "Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Aktionären".

BP-Chef Dudley bekommt allerdings weiterhin mehr als die Spitzenmanager seiner europäischen Konkurrenten. So kommt Shell Chart zeigen-Chef Ben van Beurden 2016 trotz einer Anhebung von 60 Prozent auf lediglich 8,8 Millionen Dollar, Total Chart zeigen-Chef Patrick Pouyanne erhielt sogar nur 4,1 Millionen Dollar, das sind immerhin 25 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit steht sogar der BP-Finanzvorstand Brian Gilvary besser da: Sein Gehaltspaket liegt trotz Kürzung bei 5,2 Millionen Dollar.

Die Vergütungen setzt sich üblicherweise aus einem Fixgehalt und einem variablen Anteil zusammen, der an bestimmte Ziele geknüpft ist. BP hat im vergangenen Jahr insgesamt 5300 Stellen gestrichen.

nck/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
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demiurg666 06.04.2017
1.
Womit sich jährliche Gehaltserhöhungen von 20% rechtfertigen lassen ist ein Wunder für mich. Aber gerade die Ölkonzerne sind eine skrupellose Mafia die ihr Geld mit der Zerstörung und Ausbeutung der Erde verdient. Also, sollte einen hier gar nichts wundern.
wi_hartmann@t-online.de 06.04.2017
2. Gehalt
Die Zahlungen in dieser Größenordnung bleiben einfach pervers und können mit Leistungen dieses Abstaubers nicht begründet werden.
tomwessel85 06.04.2017
3. Das Gehalt der CEO geht nur die Aktionäre etwas an
Die Eigentümer der Aktiengesellschaft entscheiden über das Gehalt ihres höchsten Angestellten, sonst niemand. Weder Martin - max. 20% - Schulz, noch aufgebrachte Kommentatoren, noch sonstige Bürokraten.
werder11 06.04.2017
4. die ölkonzerne
praktizieren wirklich schmutzigen kapitalismus in reinkultur - bosse verdienen - ja für was eigentlich? ohne grenzen - ebenso aktionäre - arbeitnehmer sind schachfiguren, beliebig raus und rein und so ganz nebenbei werden länder ausgebeutet und natur kaputt gemacht, aber kein wunder, wenn man freunde wie zb trump hat! was sind denn ag? riesenapparate, auf pump gelagert, um den staat zu schröpfen und die verbraucher! alle autofahrer weltweit sollten mal 1 monat streiken! das dumme gesicht von dudley und seinesgleichen würde ich dann gern sehen!
wasistlosnix 06.04.2017
5. Wechsel
dann müsste da doch ein Wechsel anstehen. Spitzenkräfte können doch nur übers Gehalt gehalten werden.
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