Flugverbot für Boeing 737 Max American Airlines lässt Maschinen weiterhin am Boden

Länger als geplant wird American Airlines auf Flüge mit der Boeing 737 Max verzichten. Damit fallen die Jets für eine der größten US-Fluggesellschaften für die gesamten Sommerferien aus.
Boeing 737 Max am LaGuardia Airport in New York

Boeing 737 Max am LaGuardia Airport in New York

Foto: Don Emmert/ AFP

American Airlines streicht Maschinen des Flugzeugtyps Boeing 737 Max länger als bislang geplant aus dem Flugplan. Das US-Unternehmen plant eigenen Angaben zufolge bis zum 3. September ohne diesen Flugzeugtypen, der zurzeit mit einem Startverbot belegt ist. Bislang sollte die 737 Max bis zum 19. August am Boden bleiben.

Mit der neuen Planung fallen die Jets für eine der größten US-Fluggesellschaften für die gesamten Sommerferien aus. Das hat erhebliche Folgen für das Unternehmen. Wegen der nicht einsatzbereiten Maschinen fallen derzeit 115 Flüge pro Tag aus, teilte Airline-Chef Doug Parker im April mit. Die nun angekündigte Ausweitung um 14 Tage bedeutet, dass 1610 weitere Flüge nicht stattfinden können.

American Airlines hat 24 Maschinen des Typs 737 Max in der Flotte, weitere 76 sind bestellt. Nach dem Absturz zweier Maschinen der Reihe bei Lion Air und Ethiopian Airlines mit insgesamt 346 Toten müssen alle 737-Max-Jets seit Mitte März weltweit am Boden bleiben. Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA macht bislang keine konkreten Angaben dazu, wann sie den Flieger wieder in die Luft lässt.

Der Chef des Weltluftfahrtverbands IATA, Alexandre de Juniac, erwartet ein Flugverbotsende frühestens in zehn bis zwölf Wochen.

Fehlerhafte Teile

Boeing hat nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen, die möglicherweise für die Abstürze verantwortlich ist. Die FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Maschinen wieder starten dürfen. American Airlines zeigte sich in seiner Mitteilung zuversichtlich, dass das Softwareupdate gemeinsam mit neuen Ausbildungselementen zu einer baldigen Wiederzulassung des Flugzeugtyps führen werde.

Der US-Flugzeughersteller Boeing musste vor wenigen Tagen zudem zugeben, möglicherweise fehlerhafte Teile in seiner Flotte verbaut zu haben. Dies betreffe die Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max sowie Jets des Typs Boeing 737 NG.

Die FAA wies daraufhin an, die fraglichen Teile innerhalb von zehn Tagen auszutauschen. Zu einem Absturz könne ein Ausfall der Teile nicht führen.

Was das Flugverbot für Deutschlands größten Reisekonzern bedeutet

Nicht nur die Airlines hoffen auf ein baldiges Ende des Flugverbots, sondern auch Unternehmen wie die TUI. Die Kosten durch das Startverbot schätzt Deutschlands größter Reisekonzern eigenen Berechnungen zufolge auf insgesamt rund 300 Millionen Euro. "Das haben wir so bis Ende September bewertet", sagte TUIfly-Sprecher Aage Dünhaupt. Sollten die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max jedoch schon im Juli wieder abheben, könnte sich der Betrag um hundert Millionen Euro reduzieren.

TUI gilt als einer der wichtigsten Kunden für diesen Flugzeugtyp auf dem europäischen Markt. Der langjährige Boeing-Kunde will seine Regressansprüche bisher nicht öffentlich machen und setzt auf Zugeständnisse des US-Konzerns. Zu seiner internationalen Flotte gehören schon 15 Jets dieses Typs.

Das Flugverbot für die Boeing-Maschinen hatte den TUI-Konzern im vergangenen Winterhalbjahr bis Ende März bereits tiefer in die roten Zahlen getrieben. Der saisontypische Nettoverlust stieg um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um knapp zwei Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro stieg.

jus/dpa