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28. November 2016, 17:43 Uhr

Sieg für Airbus

Staatshilfen für Boeings Langstreckenflieger 777X rechtswidrig

Triumph für Airbus: Die Welthandelsorganisation hat Steuererleichterungen für Boeings 777X als unerlaubte Subventionen gebrandmarkt. Airbus-Chef Tom Enders will den Streit derweil einvernehmlich lösen.

Im Dauerstreit zwischen dem Flugzeughersteller Airbus und seinem US-Konkurrenten Boeing über die Rechtmäßigkeit von staatlichen Finanzhilfen hat der europäische Konzern einen wichtigen juristischen Sieg errungen.

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat Finanzhilfen für die Boeing 777X als unrechtmäßige Subvention verurteilt. Den Bau des zweistrahligen Langstreckenflugzeugs unterstützt der US-Steuerzahler laut EU mit 5,7 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro). Nach Ansicht der WTO verstoßen die Steuererleichterungen bei Herstellung und Verkauf der Boeing 777X gegen die WTO-Bestimmungen.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagt: "Die heutige WTO-Entscheidung ist ein wichtiger Sieg für die EU und ihre Flugzeugindustrie". Man erwarte, dass die Vereinigten Staaten die unerlaubte Subventionierung von Boeing ohne Zeitverzögerung einstellten.

Airbus-Chef ruft zu Versöhnung auf

Airbus wies auf den enormen Schaden durch die US-Subventionen hin. Die staatliche Unterstützung für die Modelle 787 und 777X habe Airbus um Verkäufe im Wert von mindestens 95 Milliarden Dollar gebracht, meinte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier.

Konzernchef Tom Enders rief zu einer einvernehmlichen Lösung auf. "Die WTO-Schlacht ist eine Schlacht der Vergangenheit, von der nur die Armee von Rechtsanwälten profitiert, die beide Seiten seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt."

Airbus und Boeing verklagen sich seit zwölf Jahren immer wieder gegenseitig bei der WTO. Gegen den jüngsten Entscheid ist Berufung möglich.

msc/dpa/Reuters

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