Pannenflieger Boeing darf den »Dreamliner« wieder ausliefern

Wegen Produktionsmängeln durfte der US-Flugzeugbauer Boeing sein Langstreckenmodell 787 mehr als ein Jahr lang nicht ausliefern. Nun sind die Probleme behoben – doch die Aufsicht will ganz genau hinschauen.
Ein Dreamliner von Boeing: Wieder startklar

Ein Dreamliner von Boeing: Wieder startklar

Foto: Robert Schlesinger / DPA

Der US-Flugzeugbauer Boeing darf nach mehr als einjähriger Unterbrechung wegen Herstellungsmängeln bald wieder seinen Langstreckenflieger 787 Dreamliner ausliefern. »Boeing hat alle notwendigen Veränderungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass der 787 Dreamliner alle Zertifizierungsstandards erfüllt«, erklärte die US-Flugaufsichtsbehörde FAA am Montag. Die Auslieferung des Flugzeugs könne deswegen »in den kommenden Tagen« wieder beginnen.

Die FAA werde jedes einzelne Flugzeug überprüfen, bevor ein Lufttüchtigkeitszeugnis ausgestellt werde, erklärte die Behörde weiter. Boeing erklärte auf Anfrage lediglich, weiter »transparent« mit der FAA und den Kunden des Flugzeugbauers zusammenarbeiten zu wollen, um die Auslieferungen wiederaufzunehmen.

Boeing hatte im Spätsommer 2020 Herstellungsmängel bei einigen Dreamlinern entdeckt, in der Folge kamen weitere Probleme hinzu. Die Auslieferung der Maschinen wurde deswegen zwischen November 2020 und März 2021 und dann erneut ab Ende Mai 2021 gestoppt.

Boeing hatte Ende Juni 120 Dreamliner in seinem Inventar und setzte die Produktion nach eigenen Angaben mit »sehr niedriger« Kadenz fort. Seit der Markteinführung im Jahr 2004 hat Boeing etwas mehr als tausend Maschinen dieses Typs ausgeliefert.

Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung meldete, übergab Boeing im Juli 26 Flugzeuge an seine Kundschaft - und damit weniger als im Vormonat. Der Großteil entfiel demnach mit 23 Fliegern auf die 737 Max. Der US-Konzern erhielt im Juli Aufträge für 130 Jets. Dem standen vier Stornierungen gegenüber.

Die Probleme mit dem Dreamliner bremsten die Erholung des Flugzeugbauers von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie und den massiven Problemen mit der 737 MAX nach zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs 2018 und 2019.

mic/jop/AFP
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