Flugzeughersteller in der Krise Boeing fällt hinter Airbus zurück

Die Krise um das Modell 737-Max macht Boeing schwer zu schaffen. Bei den Auslieferungen liegt Airbus bereits vorn - und könnte den Amerikanern noch in diesem Jahr die Branchenführerschaft abnehmen.

Boeing in der Krise: Der US-Hersteller könnte in diesem Jahr seine Position als Branchenführer verlieren
Paulo Whitaker/ REUTERS

Boeing in der Krise: Der US-Hersteller könnte in diesem Jahr seine Position als Branchenführer verlieren


Die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max bremst Boeings Geschäfte weiter aus. In den ersten neun Monaten 2019 brachen die Flugzeugauslieferungen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 47 Prozent ein. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichte Statistik des US-Konzerns hervor.

Boeing fällt damit weiter hinter den europäischen Erzrivalen zurück - erstmals seit Jahren dürfte Airbus in der Branche damit die Nase vorn haben.

Der Grund: In den ersten drei Quartalen brachte Boeing 302 Flugzeuge an die Kundschaft, Airbus liegt mit 571 ausgelieferten Jets in der Jahresbilanz dagegen nun schon fast uneinholbar vorne.

Im September lieferte Boeing sogar nur 26 Maschinen aus, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit noch 87 gewesen. Airbus lieferte im September dagegen 71 Flugzeuge aus. Die Europäer hatten ihren Gewinn im ersten Halbjahr bereits mehr als verdoppelt und Boden gegenüber dem US-Konkurrenten Boeing gutgemacht.

Hauptursache für Boeings Misere sind die Unglücksflieger vom Typ 737 Max - wegen im März verhängter Startverbote kann der Bestseller vorerst nicht mehr ausgeliefert werden.

Bei zwei Abstürzen von Maschinen des Typs 737-Max-8 in Indonesien und Äthiopien waren binnen weniger Monate 346 Menschen gestorben, danach wurde der Flugzeugtyp aus dem Verkehr gezogen. Ob und wann die Krisen-Jets wieder abheben dürfen, ist derzeit ungewiss.

Nachdem die Bestellungen für 737-Max-Modelle nach den Abstürzen komplett ausblieben, ging zuletzt erstmals seit Monaten wieder eine Bestellung für einen Flieger der Baureihe ein. Von wem der Auftrag stammt, ist nicht bekannt.

fek/dpa



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