Krisenflieger Boeing kann mit Testflügen der 737 Max beginnen

Wegen zwei Abstürzen gibt es seit mehr als einem Jahr ein Startverbot für den Mittelstreckenjet Boeing 737 Max. Nun kann der Flugzeugbauer wieder mit Testflügen starten.
Eine Boeing 737 Max - noch vor den Abstürzen

Eine Boeing 737 Max - noch vor den Abstürzen

Foto: Ted S. Warren/ dpa

Der Mittelstreckenjet Boeing 737 Max hatte nach zwei Abstürzen ein Startverbot. Nun kann der Flugzeughersteller Boeing nach dem mehr als einjährigen Verbot Testflüge starten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA gab grünes Licht für den Start entsprechender Flüge mit Testpiloten.

Bis zu einer Wiederzulassung des Modells für den Flugverkehr wären aber auch dann noch mehrere Hürden zu nehmen. Boeing-Kunden wurde laut der Nachrichtenagentur Bloomberg der September als frühester Zeitpunkt genannt.

Zwei Abstürze, insgesamt 346 Toten

Die Boeing 737 Max ist die auf weniger Spritverbrauch getrimmte Neuauflage des seit den 1960er Jahren gebauten Mittelstreckenjets 737. Nach zwei Abstürzen in Äthiopien und Indonesien mit insgesamt 346 Toten hatten Aufsichtsbehörden in aller Welt im März 2019 ein Startverbot für das Modell verhängt. Zudem darf Boeing neue Maschinen der Reihe seitdem nicht ausliefern.

Im Zentrum der Krise steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Geforderte Verbesserungen am Steuerungssystem zogen sich hin.

Boeing wird verdächtigt, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern weist dies zwar zurück, hat aber Fehler und Pannen eingeräumt.

Der Schaden für Boeing summiert sich bereits auf einen zweistelligen Milliardenbetrag und brachte den Hersteller in eine bis dahin ungekannte Krise. Dann ließ die Corona-Pandemie den weltweiten Flugverkehr einbrechen. Seither können Airlines in aller Welt zusätzliche Flugzeuge vorerst kaum gebrauchen.

kfr/dpa
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