Neues Problem Boeing muss Auslieferung von Langstreckenjet verschieben

Schon wieder schlechte Nachrichten von Boeing: Der US-Flugzeughersteller hat bei einem weiteren Modell Probleme. Davon könnte der Konkurrent Airbus profitieren.

Montage der Boeing 777X: Auslieferungsstart muss verschoben werden
Lindsey Wasson / REUTERS

Montage der Boeing 777X: Auslieferungsstart muss verschoben werden


Wegen Schwierigkeiten mit den Triebwerken muss Boeing die Auslieferung der Ultralangstrecken-Version seines neuen Modells 777X verschieben. Der Konzern habe das Entwicklungsprogramm für den Flieger überprüft und den Zeitplan angepasst, sagte ein Sprecher.

Damit dürfte es schwierig für Boeing Chart zeigen werden, fristgerecht Maschinen des Typs an die australische Fluglinie Qantas zu liefern, damit diese wie geplant 2023 einen 21-stündigen Nonstop-Flug von Sydney nach London anbieten kann. Qantas hatte darauf gehofft, erste Flugzeuge 2022 geliefert zu bekommen.

Boeing konkurriert mit Airbus Chart zeigen um den Qantas-Auftrag für die 17.000 Kilometer lange Strecke zwischen London und Sydney. Die Airline wolle sich bis Ende des Jahres entscheiden, sagte ein Sprecher. Ein Airbus-Sprecher erklärte, der europäische Konzern stehe mit seinem Modell A350 bereit, um die Bedürfnisse von Qantas zu erfüllen.

Boeing steht bereits wegen des Startverbots für seine Unglücksmaschine 737 Max unter Druck. Weltweit darf das wichtigste neue Modell des Herstellers seit März nicht mehr fliegen, nachdem in Äthiopien und in Indonesien neue Maschinen dieses Typs kurz nach dem Start abgestürzt waren. Dabei kamen 346 Menschen ums Leben. Boeing arbeitet an einem Update der als Unfallursache vermuteten Sicherheitssoftware. Noch ist unklar, wann die Maschinen wieder abheben dürfen.

Im zweiten Quartal hatte Boeing einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar verzeichnet. Der Umsatz fiel im gleichen Zeitraum um 35 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar.

Während Boeing in der wohl tiefsten Krise seiner Geschichte steckt, könnte der europäische Konkurrent Airbus in diesem Jahr zum größten Flugzeugbauer der Welt aufsteigen. Der Erfolg des Mittelstreckenjets A320neo steht im krassen Gegensatz zu dem Desaster, das Boeing mit seinem Konkurrenzmodell 737 Max erlebt.

Dennoch kann Airbus nicht automatisch von den Problemen des US-Konkurrenten bei der 737 Max profitieren. Denn angesichts prall gefüllter Auftragsbücher ist die Produktion der A320neo bis ins Jahr 2024 hinein ausgebucht. Die Ausfälle bei Boeing könnte Airbus nicht abdecken.

mmq/Reuters

insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
pirx64 15.08.2019
1.
Ja, schade, dass es nicht noch weitere große Hersteller gibt, wie es sie mal mit McDonnel Douglas und Lockheed gab.
frenchie3 15.08.2019
2. Jetzt bin ich mal gehässig
Wenn der Auftrag der QANTAS an Airbus geht wird Donnie sicher eine Bedrohung der Sicherheit der USA (er)finden und passende Maßnahmen ergreifen.
Ottokar 15.08.2019
3. @ frenchie3
da brauchen sie gar nicht gehässig zu sein denn dazu wird es sehr bald kommen wenn Trump, nach seiner Wiederwahl, weiter mit seinem Amerika first macht. Es wird langsam Zeit das die Chinesen in diesen Markt einsteigen.
der_meier 15.08.2019
4. Der Ausfall der 737 max ist für den Luftverkehr kein Problem ..
Kein Problem für den weltweiten Luftverkehr. Die alten Maschinen fliegen einfach ein paar Jahre länger, die Serviceunternehmen haben mehr Arbeit, der Gebrauchtmaschinenmarkt kommt etwas in Bewegung und auf Umwegen bleiben mehr Airbus 380 in der Luft. Airbus sitzt auf einigen alten 4-Mot-Flugzeugen rum. Die werden sie jetzt sicher gut wieder losschlagen können. Der Kerosinverbrauch pro Passagier/Meile wird steigen - leider. Und was schön ist: Trump ist ganz stille ... mucksmäuschenstille. Auch mal schön
turiman 15.08.2019
5. A380 die Alternative
Warum geht Airbus nicht in die Offensive und bietet den A380 an, meines Wissens nach gabe s doch keine größeren Probleme! Und wann wird Boeing eigentlich verklagt!
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