Probleme mit Triebwerk Singapore Airlines lässt Boeings Dreamliner am Boden

Wegen vorzeitigen Verschleißes an den Triebwerken lässt Singapore Airlines vorerst zwei Boeing-Maschinen vom Typ Dreamliner am Boden. Die Aktie des Triebwerkherstellers Rolls-Royce gerät unter Druck.

Boeing 787-10 Dreamliner (Archivbild von 2017)
Mic Smith / AP

Boeing 787-10 Dreamliner (Archivbild von 2017)


Bei Boeings Langstreckenjet 787 Dreamliner sorgen die Triebwerke des britischen Herstellers Rolls-Royce weiterhin für Probleme. Die Fluggesellschaft Singapore Airlines teilte mit, sie lasse zwei Maschinen des Typs 787-10 wegen vorzeitiger Abnutzung der Triebwerksschaufeln vorerst am Boden. Das Unternehmen hatte in Absprache mit Rolls-Royce alle Maschinen der Reihe vorsichtshalber genauer untersucht. Die beiden jetzt außer Betrieb genommenen Jets sollen nun komplett neue Antriebe erhalten.

Die Rolls-Royce-Aktie Chart zeigen verlor nach der Mitteilung deutlich an Wert. An der Londoner Börse sank der Kurs zeitweise um 2,7 Prozent. Der Ärger mit den vorzeitig alternden Triebwerksschaufeln bei mehr als hundert Exemplaren des Antriebs Trent 1000 hatte Rolls-Royce 2018 zusammen mit anderen Belastungen tief in die roten Zahlen gerissen.

Singapore Airlines teilte weiter mit, bis Mittwoch sollen die Untersuchungen auch bei allen Boeing-Maschinen vom Typ 787-9 beendet sein.

mmq/dpa



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Semmelbroesel 02.04.2019
1. Eine Airline...
...denen die Sicherheit ihres fliegenden Personals und das der Passagiere oberste Priorität hat. Daumen hoch.
Hajojunge 02.04.2019
2. Auch hier ist die verhängnisvolle Tendenz erkennbar
Wirtschaftlichkeit geht vor Sicherheit. Die Triebwerke sollen bei möglichst niedrigem Gewicht immer mehr Leistung bei gleichzeitig niedrigerem Treibstoffverbrauch erbringen. Das geht nur, wenn man die Grenzen der Materialien immer weiter ausreizt. Die Differenzdrücke zwischen den Turbinenstufen werden immer größer, es treten vermehrt Undichtigkeiten und Austritt von Öldämpfen in die Kabinenluft auf. Daß Großflugzeuge nur noch über zwei Triebwerke verfügen, macht die Angelegenheit noch prekärer. Ich sitze auf Fernstrecke lieber in einer 747 und zwischen vier Motoren, die zudem noch weniger anfällig sind.
knososholi 02.04.2019
3. da ging wohl was durcheinander - es gibt gar keine Zapfluft
Zitat von HajojungeWirtschaftlichkeit geht vor Sicherheit. Die Triebwerke sollen bei möglichst niedrigem Gewicht immer mehr Leistung bei gleichzeitig niedrigerem Treibstoffverbrauch erbringen. Das geht nur, wenn man die Grenzen der Materialien immer weiter ausreizt. Die Differenzdrücke zwischen den Turbinenstufen werden immer größer, es treten vermehrt Undichtigkeiten und Austritt von Öldämpfen in die Kabinenluft auf. Daß Großflugzeuge nur noch über zwei Triebwerke verfügen, macht die Angelegenheit noch prekärer. Ich sitze auf Fernstrecke lieber in einer 747 und zwischen vier Motoren, die zudem noch weniger anfällig sind.
Ja, Boeing hat bei der 737 Max Mist gebaut. Aber eins gibt es bei der 787 ganz sicher nicht: giftige Zapfluft, auch bekannt als Triebwerksdämpfe oder Aerotoxin Syndrom genannt. Wenn man sich ein bisschen (!) auskennt, so bleibt einem nicht verborgen, dass die 787 der einzige Jet dieser Größe den Lufteintritt vorne hat! Also nix mit Undichtigkeit und Öldämpfe...
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