Nach Flugzeugabstürzen Boeing stellt Update für umstrittene Steuerungssoftware vor

Die Steuerungssoftware MCAS spielte beim Absturz einer indonesischen Maschine vom Typ 737 Max eine wichtige Rolle und könnte auch Ursache eines weiteren Unglücks sein. Hersteller Boeing will das System nun sicherer machen.
Testflugzeug vom Typ Boeing 737 Max 9

Testflugzeug vom Typ Boeing 737 Max 9

Foto: Stephen Brashear/AFP

Der Flugzeughersteller Boeing hat ein Update seiner Steuerungssoftware MCAS vorgestellt. Das System war nach zwei Flugzeugabstürzen in die Kritik geraten.

Der Konzern präsentierte das überarbeitete Programm vor mehr als 200 Piloten, Technikern und Regulierern in seinem Werk in Renton nahe Seattle im US-Bundesstaat Washington. Das Update muss allerdings noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Boeings MCAS-System spielte laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle  beim Absturz einer 737 Max 8 Ende Oktober in Indonesien. Der Bordcomputer soll die Nase des Jets automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Crew vergeblich versuchte gegenzusteuern. Auch beim jüngsten Crash einer baugleichen Maschine in Äthiopien gilt die Software als eine mögliche Ursache. Bei den beiden Abstürzen waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

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Boeings Entwicklungschef Mike Sinnett führte in einer Konferenz geplante Erweiterungen vor, die die eigens für die Baureihe 737 Max entwickelte MCAS-Software "noch sicherer" machen sollen.

Dazu zählen etwa zusätzliche Sensoren zur Erkennung des Flugwinkels. Sie sollen verhindern, dass falsche Informationen das Programm aktivieren, die bisher nur über eine einzige Datenquelle eingespeist werden. Damit reagiert Boeing auf einen wesentlichen Kritikpunkt. Vorwürfe, MCAS sei insgesamt ein Sicherheitsrisiko, weist der Konzern aber zurück.

brt/dpa-AFX
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