Börse Atom-Einigung steigert Wert der Stromproduzenten

Ein Gewinner des Atom-Kompromisses steht bereits fest: Die Aktien der großen Stromproduzenten E.on und RWE. Ihre Kursgewinne sorgten zu Börsenbeginn dafür, dass der Dax überhaupt mit einem kleinen Plus starten konnte.

RWE-Atomkraftwerk Biblis: Atomkompromiss treibt Aktienkurs
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RWE-Atomkraftwerk Biblis: Atomkompromiss treibt Aktienkurs


Frankfurt am Main - Es waren in erster Linie die Aktien der Energieversorger, die dem Dax Chart zeigen am Morgen auf die Sprünge halfen. Der Dax stieg im frühen Handel um 0,35 Prozent auf 6156,39 Punkte, nachdem er in der Vorwoche bereits rund drei Prozent zugelegt hatte. Der MDax Chart zeigen kletterte an diesem Montag um 0,26 Prozent auf 8530,21 Punkte und für den TecDax Chart zeigen ging es um 0,39 Prozent auf 769,14 Punkte nach oben.

Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit Xetra-Schluss am Freitag 0,730 Prozent. Die Börsen in Asien notierten im Plus. Händler rechnen mit einem sehr ruhigen Wochenstart, da kaum etwas auf der Agenda stehe und zudem auch noch die Börse in New York wegen eines Feiertags geschlossen bleibt.

Das gute Abschneiden der Versorger geht auf den Kompromiss im Atomstreit zurück. E.on-Papiere Chart zeigen kletterten an der Dax-Spitze um 3,60 Prozent auf 23,755 Euro und RWE-Aktien Chart zeigen verteuerten sich dahinter um 2,57 Prozent auf 54,60 Euro. Nach monatelangem Streit haben sich die Spitzen von Union und FDP am Sonntag auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die umstrittene neue Atomsteuer wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zudem auf sechs Jahre befristet und bis einschließlich 2016 erhoben.

Allerdings bleiben einige Unsicherheiten weiterhin bestehen, meinten Börsianer. So könnten Umweltschützer sowie Politiker von SPD und den Grünen gegen den Kompromiss klagen. Derweil vertrat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die Auffassung, dass die von der schwarz-gelben Koalition beschlossene Verlängerung der Atomlaufzeiten nicht vom Bundesrat abgesegnet zu werden braucht.

Für Gesprächsstoff sorgte darüber hinaus ein Bericht des "Handelsblatts", wonach führende Stahlhersteller abermals die Stahlpreise anheben wollen. Auch die kleineren deutschen Konkurrenten würden dem Beispiel folgen, heiße es in Unternehmenskreisen. Die Stahlhersteller begründeten die neuerliche Preiserhöhung mit der starken Verteuerung der Rohstoffpreise. Aktien des Stahlkochers ThyssenKrupp Chart zeigen stiegen um 1,33 Prozent und die von Salzgitter Chart zeigen um 1,04 Prozent. Im MDax kletterten die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co. Chart zeigen um 2,61 Prozent auf 16,525 Euro.

Siemens-Titel Chart zeigen rückten um 0,42 Prozent vor auf 74,94 Euro. Die UBS Chart zeigen hatte die Papiere des Technologiekonzerns von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 80 auf 85 Euro angehoben. Die geringere Nettoverschuldung sei positiv, schrieb Analystin Irene Bermont. Am Dax-Ende aber fielen die Aktien von Beiersdorf Chart zeigen angesichts einer negativen Analystenstudie von Barclays Capital um 0,78 Prozent auf 43,115 Euro.

Ansonsten stehen einige Aktien wegen anstehender Indexveränderungen im Blick. So steigen die Titel des Medienkonzerns Axel Springer Chart zeigen in den MDax auf. Dafür fallen die Aktien des Baumaschinenkonzerns Bauer aus dem Index der mittelgroßen Werte heraus, wie die Deutsche Börse am Freitag nach Börsenschluss mitteilte. Auch im TecDax kommt es zu Veränderungen: Dort ersetzen die Papiere des Optik-Spezialisten Adva Chart zeigen Optical Networking die Titel des Biotech-Unternehmens MediGene.

Im SDax der kleinen Werte wird Bauer die Aktien des Unterhaltungselektronik-Herstellers Loewe Chart zeigen ersetzen. Außerdem wird Börsenneuling Ströer, ein Anbieter für Außenwerbung, in den SDax aufgenommen. Umgesetzt werden diese wie von Experten erwartet ausgefallenen Änderungen dann am 20. September. Während die Titel von Axel Springer um 1,97 stiegen, verloren Bauer-Aktien als Schlusslicht im MDax 3,20 Prozent.

mik/dpa-AFX/Reuters



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tristar73, 06.09.2010
1. Wer hätte es gedacht?
Die Überraschung des Tages!
frubi 06.09.2010
2. .
Zitat von sysopEin Gewinner des Atom-Kompromisses steht bereits fest: Die Aktien der großen Stromproduzenten, E.on und RWE. Ihre Kursgewinne sorgten zu Börsenbeginn dafür, dass der Dax überhaupt mit einem kleinen Plus starten konnte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,715877,00.html
Hauptsache dem Dax geht es gut. Ich wünsche mir wirklich, dass in der Zeit der Verlängerung ein Meiler hochgeht, damit diese Verantwortungslosen Spinner in Berlin auch mal merken, was dieses Verfahren anrichten kann. Ich wurde 1986 geboren. Ich kenne Tschernobyl nur aus Dokumentationen und von Bildern. Die meisten Politiker haben es noch "live" miterlebt. Wie können die dann ernsthaft diese Verlängerung beschließen? Man sollte ganz genau beobachten, ob demnächst scheidende Poltiker in die Energiewirtschaft gehen. Das die Minister gekauft sind, ist in diesem Fall nicht ganz auszuschließen.
hellacharlot 06.09.2010
3. Profitieren tun die Eigner der Aktien, wer aber ist das?
Zitat von frubiHauptsache dem Dax geht es gut. Ich wünsche mir wirklich, dass in der Zeit der Verlängerung ein Meiler hochgeht, damit diese Verantwortungslosen Spinner in Berlin auch mal merken, was dieses Verfahren anrichten kann. Ich wurde 1986 geboren. Ich kenne Tschernobyl nur aus Dokumentationen und von Bildern. Die meisten Politiker haben es noch "live" miterlebt. Wie können die dann ernsthaft diese Verlängerung beschließen? Man sollte ganz genau beobachten, ob demnächst scheidende Poltiker in die Energiewirtschaft gehen. Das die Minister gekauft sind, ist in diesem Fall nicht ganz auszuschließen.
Bei aller Wut, wir sollten klar bleiben, dass es eine solche Katastrophe mit allen, aber wirklich mit allen Mitteln zu verhindern gilt und deshalb sollten wir auch gegen die Laufzeitverlängerung aufstehen. Interessant bleibt aber die Frage: Wem gerhören eigentlich die Aktien? Wer profitiert hier? Wieviel Selbstbedienung der Herrschenden liegt hier vor? So wie bei der Bankenrettung, bei der es ja auch viel eigenes angelegtes Geld der Herrschenden zu retten gab. Für wessen Geldtöpfe zahlen wir, unsere Kinder und Enkelkinder da eigentlich mal wieder?
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