Steigende Zinsen belasten Kurse Dax fällt auf tiefsten Stand seit November 2020

Die Konjunkturrisiken sind wegen der Energiekrise und der steigenden Zinsen hoch. Das macht sich auch an der Börse bemerkbar. Der Dax liegt kräftig im Minus, auch der Euro gibt weiter nach.
Parketthandel in Frankfurt: Euro auf 20-Jahres-Tief bei 0,9753 Dollar

Parketthandel in Frankfurt: Euro auf 20-Jahres-Tief bei 0,9753 Dollar

Foto: STAFF / REUTERS

Immer mehr Anleger schrecken wegen akuter Sorgen um die deutsche Wirtschaft vom Aktienkauf zurück. Der deutsche Leitindex Dax ist angesichts der Rezessionssorgen auf den niedrigsten Stand seit November 2020 gefallen.

Die jüngste Häufung von Zinserhöhungen – darunter besonders jene der US-Notenbank Fed am Mittwoch – belastet weltweit den Handel an den Börsen ebenfalls. Zuletzt verlor der Dax so 1,31 Prozent auf 12.367 Punkte. Auf Wochensicht hat sich für den Index ein Verlust von drei Prozent angehäuft. Auch an der Wall Street drohen vor dem Wochenende weitere Kurseinbußen.

Mit dem aktuellen Rückgang ist der Dax in diesem Jahr jetzt 22 Prozent im Minus. Überraschend hohe US-Inflationsdaten hatten bereits am Dienstag der Vorwoche die zwischenzeitliche Dax-Erholung ausgebremst. Sie bestärkten die US-Notenbank in ihrer restriktiven Geldpolitik. Die Anleger sorgen sich immer mehr vor einer Rezession als Kollateralschaden im Kampf gegen die hohe Inflation.

Mit den Einkaufsmanager-Indizes, denen zufolge auch die deutsche Wirtschaft im September überraschend stark geschrumpft ist, gab es zudem weitere schlechte Konjunkturdaten. In der Eurozone liefen die Geschäfte demnach ebenfalls so mies wie lange nicht.

Italien-Wahl belastet Märkte

Eine weitere Belastung für die Märkte seien die anstehenden Parlamentswahlen in Italien, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Das in Umfragen führende rechte Wahlbündnis sei weniger EU-freundlich als die bisherigen Regierungen. Daher müssten sich Investoren vor allem bei italienischen Staatsanleihen auf Kursausschläge gefasst machen. Dennoch waren sie wie ihre deutschen Pendants als Alternative zu Aktien gefragt.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel erreichte am Freitag ebenfalls ein Jahrestief. Er büßte zwischenzeitlich 2,30 Prozent auf 22.730 Zähler ein und fiel auf das niedrigste Niveau seit Mai 2020. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um eineinhalb Prozent nach.

Der Euro setzte seine Talfahrt fort und markierte mit 0,9753 Dollar erneut ein 20-Jahres-Tief. »Offensichtlich glaubt die Mehrheit auf dem Parkett nicht, dass die Europäische Zentralbank mit dem hohen Straffungstempo der US-Notenbank Fed Schritt halten kann«, sagte Altmann.

Für Aufsehen sorgte zudem die Rücknahme der Jahresziele beim Immobilienfinanzierer Hypoport. Die im SDax der kleinen Börsentitel enthaltenen Aktien brachen um 36 Prozent ein auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Der Rückgang bei Immobilienkrediten scheint sich angesichts steigender Zinsen zu beschleunigen.

apr/dpa/Reuters
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