Minus 2,4 Prozent Dax fällt erneut stark

Am ersten Handelstag nach der Weihnachtspause hat der Dax mehr als zwei Prozent eingebüßt. Politische Krisen und Konjunktursorgen lassen den Index auf das erste Verlustjahr seit 2011 zusteuern.

Frankfurter Börse (Archivbild)
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Am vorletzten Handelstag des Jahres ist der Dax auf ein neues Zweijahrestief abgesackt: Der deutsche Leitindex rutschte zwischenzeitlich auf unter 10.300 Punkte und schloss mit einem Minus von 2,37 Prozent auf 10.381 Punkten. Das ist der niedrigste Schlusskurs seit November 2016. Allein im Dezember summieren sich die Einbußen des Dax damit auf knapp acht Prozent.

Der MDax, der die wichtigsten mittelgroßen Unternehmen umfasst, sank um 1,41 Prozent auf 21.301 Punkte. Die Indizes folgten damit dem Dow Jones, der nach seinem massiven Anstieg von fast fünf Prozent am Vortag wieder Gewinne einbüßte.

Der Dax blieb damit dem Trend der vergangenen Monate treu: Politische Krisen, Zinsängste und Konjunktursorgen hatten ihm im Laufe des Jahres immer wieder zugesetzt. Mit einem Jahresminus von aktuell mehr als 19 Prozent steuert er auf das erste Verlustjahr seit 2011 zu. Im internationalen Vergleich schneidet er damit schlechter ab als die meisten bedeutenden Börsen.

Während der Frankfurter Handel wegen Weihnachten pausierte, war der Dow Jones Industrial an Heiligabend abgestürzt, hatte sich am Mittwoch aber kräftig erholt. Analysten werteten die Schwankungen als Ausdruck der weiterhin hohen Verunsicherung, weshalb Anleger nachhaltig kein Risiko eingingen. (Lesen Sie hier, warum es unwahrscheinlich ist, dass sich die Börsen zum Jahresende noch erholen.)

Ölpreise geben nach starkem Preisanstieg wieder nach

Auch die Ölpreise sind nach ihren starken Preisanstiegen wieder leicht gesunken: Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am späten Donnerstagnachmittag 52,92 US-Dollar. Das waren 1,55 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,17 Dollar auf 45,05 Dollar.

Am Mittwoch waren die Ölpreise noch um jeweils etwa neun Prozent gestiegen. Am Ölmarkt wird dieser Preissprung mit nachlassenden Ängsten vor einer Konjunkturabkühlung und den Gewinnen an den US-Aktienmärkten erklärt. Außerdem geht der russische Energieminister Alexander Nowak davon aus, dass der Ölmarkt in der ersten Hälfte des kommenden Jahres stabiler sein werde.

Die Gruppe der Opec+, die aus der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) und Russland besteht, hatte sich Anfang Dezember auf eine Förderkürzung geeinigt. Damit will sie den Ölpreis stabilisieren. Grund für den Strategieschwenk am Ölmarkt ist der rapide Preisverfall für den international so wichtigen Rohstoff. Die Ölpreise waren bis Anfang Oktober stark gestiegen, sind seither aber um mehr als 20 Prozent gefallen. (Lesen Sie hier mehr zur Entscheidung der Opec+.)

Die weltweite Sorge vor einer Konjunkturabkühlung kehrte nun offenbar auch auf den Ölmärkten zurück; außerdem gibt es Zeichen eines Überangebots an Rohöl. Die Ölpreise gaben deshalb wieder nach.

kko/dpa/dpa-afxp/Reuters



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