Handelskrieg von USA und China Börse schließt mit kräftigem Minus

Vergangene Woche sank der Dax bereits um mehr als vier Prozent. Die neueste Eskalation im Zollstreit zwischen den USA und China hat den deutschen Leitindex nun erneut getroffen.
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Angesichts der weiteren Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China haben sich Anleger in großem Stil von Wertpapieren an der Börse getrennt. Der deutsche Leitindex Dax   lag zwischenzeitlich auf dem tiefsten Stand seit Anfang Juni, er schloss mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 11.658 Punkten.

Auch der EuroStoxx 50  , der die größten Unternehmen der Eurozone abbildet und als Leitindex der europäischen Werte gilt, verlor in ähnlichem Umfang - und schloss 1,9 Prozent schlechter. An der New Yorker Wall Street lag der Dow Jones zwischenzeitlich mehr al 1,9 Punkte im Minus - unter der Marke von 26.000 Punkten.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende vergangener Woche angekündigt, chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen von zehn Prozent zu belegen. Trump hatte dies auch damit begründet, dass China nicht wie eigentlich zugesagt mehr Agrarprodukte aus den USA kaufe. China kündigte daraufhin Gegenmaßnahmen an. Beobachter befürchten, dass sich der Handelskrieg so zu einem Währungskrieg auswachsen könnte.

Am Montag hat der chinesische Yuan jedenfalls stark an Wert verloren. Der Dollar   übersprang erstmals seit mehr als elf Jahren die Marke von sieben Yuan. Die chinesische Zentralbank habe bislang einen schwächeren Yuan verhindert, um die Verhandlungen mit den USA nicht zu gefährden, sagte Julian Evans-Pritchard, China-Volkswirt beim Analysehaus Capital Economics. "Die Tatsache, dass sie jetzt aufgehört haben, die Marke von sieben zum Dollar zu verteidigen, lässt darauf schließen, dass sie jede Hoffnung auf ein Handelsabkommen mit den USA aufgegeben haben."

Gold und Staatsanleihen gefragt

Die Volksrepublik bestreitet indes, dass China einen Abwertungswettlauf anstrebe und den Yuan im Handelsstreit einsetzen wolle, wie der Gouverneur der Notenbank, Yi Gang, schriftlich mitteilte.

Das Abrutschen des Yuan sorgte dennoch für große Unruhe an den Börsen. "Wir sehen eine regelrechte Flucht aus Aktien", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist keine Panik, aber eine ordentliche Verkaufswelle." Bereits vergangene Woche war der deutsche Leitindex nach der Ankündigung der neuen Strafzölle gegen China deutlich abgesackt. Der Wochenverlust summierte sich schließlich auf 4,4 Prozent - so stark wie seit Oktober 2018 nicht mehr.

Eine Abwertung der Währung verbessert die Wettbewerbschancen chinesischer Firmen auf dem Weltmarkt und federt damit die wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits mit den USA ab. Trump wirft der Regierung in Peking seit Langem vor, die Landeswährung zu manipulieren, um Vorteile im Außenhandel zu erzielen.

Anleger setzen angesichts dieser Lage auf Sicherheit - und investieren unter anderem in Staatsanleihen. Sogar, wenn sie dafür Geld draufzahlen müssen. Am Freitag hatten erstmals alle Bundesanleihen negative Zinsen. Auch das als Krisenwährung gehandelte Gold verteuerte sich zu Wochenbeginn weiter - um zwei Prozent auf 1469,60 Dollar je Feinunze. Das ist ein Sechsjahreshoch.

apr/Reuters/dpa-AFX
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