Fotostrecke

DSW-Liste: Die größten Kapitalvernichter 2018

DSW-Auswertung Das sind die größten deutschen Kapitalvernichter

Die Deutsche Bank bereitet Anlegern seit Langem wenig Freude. 2018 gehörte das Institut laut Aktionärsvereinigung DSW zu den zehn größten Kapitalvernichtern. Nur wenige Unternehmen machten ihre Aktionäre noch ärmer.

Die Deutsche Bank hat 2018 Berechnungen der Aktionärsvereinigung DSW zufolge so viel Kapital verbrannt wie kaum ein anderes börsennotiertes Unternehmen in Deutschland: Papiere des Dax-Konzerns verloren rund 56 Prozent an Wert. Damit liegt die Deutsche Bank auf Platz zehn der DSW-Liste der "50 größten Kapitalvernichter".

Die Aktionärsvereinigung hält nichts von einer "politisch offenbar gewollten Fusion" von Deutscher Bank und Commerzbank. "Die beiden Banken haben aus meiner Sicht viel zu viele überlappende Geschäftsfelder, als dass ein Zusammenschluss Sinn machen würde", sagte der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Klaus Nieding, in Frankfurt bei der Vorstellung der Liste.

Angeführt wird die Negativliste vom Pharmaunternehmen Mologen mit einem Kursminus von gut 85 Prozent binnen eines Jahres. Es folgen der angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff und der Modehersteller Gerry Weber, der im Januar Insolvenzantrag stellen musste.

DSW erwartet Dividendenrekord

Bei etlichen Gesellschaften auf der Liste gibt es zumindest eine Gewinnausschüttung. Für das abgelaufene Jahr rechnet die DSW mit einem Dividendenrekord von mehr als 50 Milliarden Euro für die Aktionäre deutscher Aktiengesellschaften. "Allerdings dürfte damit das Ende der Rekordjagd erreicht sein", sagte Nieding.

Die Rangliste der Kapitalvernichter gewichtet die Wertentwicklung von Aktien nach einem, drei und fünf Jahren. Daher tauchen unter Umständen auch Unternehmen auf, die im vergangenen Jahr Kursgewinne verzeichneten, dafür allerdings in den Vorjahren stark an Wert verloren hatten.

Fotostrecke

DSW-Liste: Die größten Kapitalvernichter 2018

Die DSW bezieht Dividendenzahlungen in die Berechnungen ein, um nicht ausschließlich den Aktienkurs zu bewerten. Diese sogenannte Performance-Liste bildet die tatsächlichen Verluste eines Anlegers realistischer ab, SPIEGEL ONLINE verwendet daher diese, auch wenn die Unterschiede zwischen Kurs- und Performance-Liste nur gering sind.

brt/dpa