Dank "Pokémon Go" Nintendo ist jetzt wertvoller als Sony

"Pokémon Go" hat den Aktienkurs des japanischen Videospielekonzerns Nintendo in nur knapp zwei Wochen verdoppelt. Auch McDonald's-Papiere profitieren von dem Hype.
Pokémon-Mania in Japan

Pokémon-Mania in Japan

Foto: TORU YAMANAKA/ AFP

Die weltweite Begeisterung über das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" beschert dem japanischen Videospielekonzern Nintendo   einen sagenhaften Aufstieg an der Börse. Am Dienstag legte die Aktie im Lauf des Vormittags erneut um 14 Prozent zu; der Börsenwert erreichte 4,36 Billionen Yen (umgerechnet 37,3 Milliarden Euro). Damit zog das Unternehmen am Elektronikkonzern Sony   vorbei.

Seit der Veröffentlichung der Spiele-App "Pokémon Go" am 7. Juli hat Nintendo seinen Börsenwert mehr als verdoppelt. Am Freitag brach der Konzern zudem den bisherigen Rekord für die höchste Zahl an Aktien, die innerhalb eines Tages in Japan gehandelt wurden.

Nintendo hat "Pokémon Go" zwar nicht entwickelt - es stammt aus dem Hause Niantic. Doch die Anleger glauben, dass die Begeisterung für "Pokémon Go" auch den Mutterkonzern von Super Mario und Pikachu beflügeln wird. Der Hype wird als gutes Zeichen für Nintendos recht späten Einstieg in das Geschäft mit Spiele-Apps gewertet.

Allerdings ist noch unklar, wie viel der japanische Konzern an dem Spiel verdient. "Pokémon Go" müsste wohl ein Dauerrenner werden, um Nintendos Gewinn merklich zu beeinflussen. Die Investmentbank Morgan Stanley beziffert den nötigen Umsatz auf 140 bis 196 Millionen Dollar pro Monat - und zwar dauerhaft.

Dafür profitieren derzeit auch andere Unternehmen von dem Kult um das Spiel. Die Aktie von McDonald's   Japan lag am Dienstag zeitweise um mehr als 20 Prozent im Plus - das Unternehmen legt seinem Kindermenü seit Freitag Pokémon-Figuren bei.

"Pokémon Go" war zunächst nur in den USA, Australien und Neuseeland verfügbar, kam in der vergangenen Woche nach Europa und kann seit dem Wochenende in 26 weiteren Ländern heruntergeladen werden. In Japan ist es allerdings bisher nicht verfügbar.

SPIEGEL ONLINE
nck/AFP
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