Börse Wahlausgang drückt Kurse weltweit

Nach Trumps Triumph verzeichnen die Börsen weltweit zwar Verluste, insbesondere die Anleger in Europa scheinen den Schock aber schnell verdaut zu haben.
Händler an der New Yorker Börse (Archiv)

Händler an der New Yorker Börse (Archiv)

Foto: © Lucas Jackson / Reuters/ REUTERS

Der überraschende Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl hat die Börsen weltweit erschüttert. In Asien und Europa rutschten die Aktienkurse ins Minus. Auch an der New Yorker Wall Street kündigten sich Verluste an. Anleger flüchten sich in Gold  , den japanischen Yen   und auch in Bundesanleihen.

Analysten hatten im Vorfeld von einem möglichen "Blutbad" an dem Märkten gesprochen. Die Kursausschläge fielen dann allerdings moderater aus, als im Vorfeld befürchtet.

Der Überblick über die Börsen weltweit:

Europa

Der Deutsche Aktienindex Dax   startete mit Verlusten von 2,87 Prozent in den Handel, verringerte das Minus aber relativ schnell auf 1,76 Prozent, gegen 10.30 Uhr lag er nur noch ein Prozent unter der Vortagsnotierung. Besonders stark büßten die Papiere des Autobauers Daimler   (minus drei Prozent) und der Commerzbank   (minus 2,7 Prozent) ein.

Die Londoner Börse verzeichnete zu Handelsbeginn Verluste von 1,87 Prozent, notierte im Laufe des Vormittags aber wieder fester. Paris startete mit einem Minus von 2,83 Prozent, Mailand mit drei Prozent Verlust.

Asien

Zuvor hatte schon die Aussicht auf den Wahlsieg Trumps die asiatischen Börsen auf Talfahrt geschickt. Der japanische Aktienindex Nikkei   verlor bis Handelsschluss 5,4 Prozent.

Angesichts des weiteren Erstarkens des Yen und des Kurssturzes an der Börse in Tokio beriefen die japanische Regierung und die Zentralbank des Landes ein Krisentreffen ein. Der Vizefinanzminister kündigte anschließend an, die Regierung werde notwendige Maßnahmen ergreifen, sollten "spekulative Bewegungen" an den Märkten anhalten. Nichts sei ausgeschlossen.

Die USA sind für zahlreiche japanische Unternehmen ein wichtiger Markt. Sie leiden bereits seit Monaten unter dem starken Yen, da er die Einnahmen der Exporteure im Ausland schrumpfen lässt.

Die Börse in Hongkong gab 2,2 Prozent nach. Deutlich im Minus waren auch die Kurse in Sydney, Seoul, Manila und Mumbai.

Nordamerika

Auch an der New Yorker Wall Street zeichnen sich vor Handelsbeginn Verluste ab. Termingeschäfte auf den breit angelegten Index S&P 500 und den Nasdaq sackten um mehr als fünf Prozent ab, auf den Dow Jones   um vier Prozent. Viele Investoren hatten am Vorabend der Präsidentschaftswahl mit einem Sieg von Hillary Clinton gerechnet. Analysten zeigten sich allerdings angetan von Trumps Auftritt. Er habe versöhnlichere Töne angeschlagen "und geholfen, die Märkte ein wenig zu drehen", so Brian Johnson von der US-Bank Wells Fargo. Trump habe "konziliant geklungen und hat nichts zu Zöllen oder der Mauer gesagt".

Währungen

Die europäische Gemeinschaftswährung Euro   legte zunächst kräftig um 2,5 Prozent gegenüber dem Dollar zu. Nach Trumps konzilianter gehaltenen Siegesrede liegt das Plus allerdings nur noch bei 0,5 Prozent.

Besonders drastische Ausschläge verzeichnete der mexikanische Peso. Die Währung hatte bereits im Wahlkampf immer dann gelitten, wenn sich Trumps Wahlaussichten verbesserten. Grund ist Trumps harsche Rhetorik gegenüber Mexiko. Der Republikaner hat angekündigt, eine Mauer an der Grenze zum Nachbarland zu errichten. Nach Trumps Wahlsieg fiel der Peso gegenüber dem Dollar auf ein historisches Tief. Zwischenzeitlich betrug der Verlust bis zu 13 Prozent.

Anleger flüchteten sich in sicherere Werte und investierten in Gold und den japanischen Yen. Der Goldpreis legte im asiatischen Handel zeitweise um 5,4 Prozent zu. Eine Feinunze notierte zwischenzeitlich bei 1337,38 Dollar (1211 Euro).

Auch deutsche Bundesanleihen waren gefragt. Der Zins für Papiere mit einer zehnjährigen Laufzeit lag auf dem sogenannten Sekundärmarkt bei 0,098 Prozent. Zum Handelsschluss am Vortag hatte der Zins bei 0,188 Prozent gelegen.

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