Finanzmärkte nach Brexit Bankaktien brechen erneut ein, Goldpreis steigt

Das Brexit-Votum sorgt auch am Montag für fallende Börsenkurse. In London wurde der Handel mit manchen Aktien ausgesetzt. Besitzer von Staatsanleihen und Gold profitieren.

Börse in Frankfurt
AP

Börse in Frankfurt


Die Unsicherheit über die Folgen des Brexit-Votums belastet erneut die Finanzmärkte. Investoren warfen vor allem Bankaktien aus ihren Depots. Das Pfund Sterling stürzte auf ein neues 31-Jahrestief von 1,31 Dollar. Der deutsche Aktienindex Dax Chart zeigen fiel um zwei Prozent auf 9360 Zähler. Für den Londoner Leitindex FTSE 100 Chart zeigen ging es um zwei Prozent nach unten.

Im europaweiten Vergleich der Bankaktien traf es am stärksten die Papiere von britischen Häusern. An der britischen Börse wurde der Handel mit mehreren Aktien sogar kurzzeitig ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme notierte die Barclays-Aktie 18,6 Prozent im Minus, das Papier der Royal Bank of Scotland lag sogar 24 Prozent im Minus.

Desaströs das Bild auch in anderen Ländern: Die Aktie der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo brach bis zum Nachmittag um 12,3 Prozent ein. Konkurrent Unicredit Chart zeigen hielt sich etwas besser, die Papiere des Finanzhauses verloren 6,4 Prozent. Ähnliches Bild in Frankreich: Die Aktie von BNP Paribas fiel um 8,6 Prozent, die Papiere von Société Générale Chart zeigen lagen 7,6 Prozent im Minus.

Die Situation in Deutschland ist nicht anders: Die Deutsche-Bank-Aktie Chart zeigen verlor 6,6 Prozent. Die Papiere der Commerzbank Chart zeigen büßten sechs Prozent ein.

"Fader Beigeschmack"

"Die ungewisse Lage schreckt Investoren ab", sagte Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. "Dass der britische EU-Austritt noch nicht in trockenen Tüchern ist und dass London sich hierbei allen Anschein nach viel Zeit lassen könnte, wird nicht als ein Hoffnungsschimmer verstanden, sondern trägt einen faden Beigeschmack."

Ebenfalls unter Druck waren weitere Börsensegmente. Der MDax Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen verlor 3,22 Prozent, der Technologiewerte-Index TecDax Chart zeigen sank um 3,44 Prozent. Für den am Freitag ebenfalls gebeutelten Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Chart zeigen ging es um 2,17 Prozent bergab.

Nachgefragt waren dagegen Anlagen in Gold und risikoarme Staatsanleihen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 0,65 Prozent auf 166,69 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel um gut fünf Basispunkte auf minus 0,10 Prozent. Am Freitag hatte sie ein Rekordtief von minus 0,17 Prozent erreicht.

Goldkurs klettert nach oben

Gefragt waren auch britische Staatsanleihen, obwohl die ökonomischen Folgen des Brexits von einer großen Mehrheit von Volkswirten als negativ für das Königreich bewertet werden. Dennoch fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen des Königreichs erstmals unter die Marke von einem Prozent. Steigende Kurse bringen fallende Renditen mit sich, weil Anleger beim Kauf der Papiere mehr bezahlen müssen, die Nominalverzinsung aber unverändert bleibt.

Auch US-Staatsanleihen profitieren von dem anhaltenden Zustrom in sichere Anlagehäfen. Zehnjährige Treasuries rentierten mit 1,47 Prozent. Das ist nicht viel mehr als das Mitte 2012 erreichte Rekordtief von 1,38 Prozent.

Nachgefragt wurde weiterhin Gold Chart zeigen . Der Preis für eine Feinunze kletterte um 1,47 Prozent auf 1,324 US-Dollar.

msc/Reuters/dpa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
a-mole 27.06.2016
1.
ich versteh die aufgregung zur Zeit gar nicht... die ganze Zeit denk ich dass man mal günstig was kaufen kann (in 5 Jahren ist das Drama vergessen)... aber diese schrecklichen Tiefststände wurden doch fast alle erst im Februar 2016 unterboten. Bei eigl. allen Werten die ich mir anschaue. So wirklich dramatisch find ich das nun wirklich nicht.
j.vantast 27.06.2016
2. Der Vorgeschmack
Und das ist erst der Vorgeschmack. Wenn der Eiertanz der Briten so weitergeht kommt es sicher auch noch dicker. Es ist auch eine bodenlose Frechheit bestimmte Papiere vom Handel auszusetzen. Vielleicht wird das ja bald Usus dass man bestimmte Papiere einfach vom Handel aussetzt bevor da noch jemand Verlust macht. Sobald der Kurs fällt setzt man einfach den Handel aus, damit wird der Handel zu einer bombensicheren Sache.
Gebr.Engels 27.06.2016
3.
Die Börse ist nun mal kein Vehikel für den grenzenlosen Reichtum für alle, -es kann auch mal Abwärts gehen. Das müssen wir wohl erst noch lernen.
theanalyzer 27.06.2016
4. Kaufkurse
Das sind Kaufkurse, was denn sonst? Sachwerte sind die Sicherheiten für Morgen!
spon_3308703 27.06.2016
5. Reine Panikmache
da wetten bestimmt schon einige auf das Gegenteil dessen was jetzt passiert
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