Nach Angriff auf die Ukraine Börsen rutschen weltweit ab

Der russische Einmarsch in die Ukraine macht Anleger weltweit nervös. Einige Weltregionen trifft es allerdings härter als andere. Der Überblick.
Börsenhändler im chinesischen Fuyang

Börsenhändler im chinesischen Fuyang

Foto: Sheldon Cooper / dpa

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Börsen weltweit ins Minus gedrückt. In Frankfurt am Main schloss der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von vier Prozent, in Paris und London gingen der CAC 40 und der FTSE 100 mit einem Minus von jeweils 3,8 Prozent aus dem Handel.

Noch viel härter traf es die wichtigsten Börsen in Osteuropa. Die Börse Moskau ist praktisch in den freien Fall übergangen, der russische RTS-Index schloss fast 40 Prozent tiefer bei 743 Punkten. Für die russische Währung Rubel ging es unterdessen um 6,8 Prozent zum Dollar abwärts. Russlands Wirtschaft könnte von den geplanten Sanktionen der USA und der EU gegen Russland stark beeinträchtigt werden.

Massive Verluste hagelte es auch in Polen, dem Nachbarland der Ukraine. Der Wig-20 -Index sackte in Warschau um 10,9 Prozent auf 1817 Punkte ab. Der ungarische Bux-Index verlor 9,76 Prozent auf 43.102 Punkte. Der tschechische Aktienindex PX verlor 4,8 Prozent.

Auch in den USA notiert der Dow Jones rund zwei Prozent im Minus. Der chinesische Hang-Seng-Index verlor mehr als drei Prozent, der japanische Nikkei schloss 1,8 Prozent im Minus.

»An den Märkten herrscht Panik«, kommentierte Analyst Ipek Ozkardeskaya von SwissQuote die Lage. Vor allem die Titel von Firmen mit einer umfangreichen Präsenz in Russland litten enorm. Anleger flüchteten stattdessen in vermeintlich sichere Werte wie Gold, dessen Preis mit knapp 2000 Dollar pro Unze den höchsten Stand seit Anfang 2021 erreichte.

Der Ölpreis kletterte erstmals seit 2014 über die Marke von hundert Dollar. Am Donnerstagnachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseemarke Brent zeitweilig 105,79 Dollar. Die US-Sorte WTI erreichte 100,54 Dollar je Barrel.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte in der Nacht zum Donnerstag einen Militäreinsatz in der Ukraine befohlen. Russische Bodentruppen marschieren von mehreren Seiten in die Ukraine ein, in zahlreichen Städten gibt es Raketenangriffe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängte das Kriegsrecht über die gesamte Ukraine und brach die diplomatischen Beziehungen zu Moskau ab.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva befürchtet nach eigenen Worten erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Sie sei »zutiefst besorgt«, erklärte die Direktorin des Internationelen Währungsfonds (IWF) und warnte vor einem »erheblichen wirtschaftlichen Risiko für die Region und die Welt«.

ssu/AFP/dpa
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