Bahntechnik-Konzern Gabriel will Job-Abbau bei Bombardier verhindern

Der Bombardier-Konzern plant, 2500 weitere Stellen in Deutschland zu streichen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die kanadischen Manager jetzt umstimmen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
DPA

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel


Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich in die Debatte um die geplanten Stellenstreichungen beim Zug- und Flugzeug-Hersteller Bombardier eingeschaltet. Der kanadische Konzern hat angekündigt, 2500 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen. Gabriel trifft sich nun mit Bombardier-Managern, sagte eine Sprecherin des Ministers. Die Sicherung von Arbeitsplätzen sei ein wichtiges Anliegen für Gabriel.

Von dem geplanten Job-Kahlschlag sind offenbar vor allem die Fabriken in Görlitz mit derzeit 1900 Mitarbeitern betroffen, Bautzen mit aktuell 1100 Stellen und Hennigsdorf bei Berlin, wo bislang 2500 Beschäftigte arbeiten. Im Sommer waren noch 8700 Menschen für Bombardier Transportation in Deutschland tätig.

Im Frühjahr hatte Bombardier begonnen, 1430 der damals knapp zehntausend Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Ende Oktober gab es dann erneut eine bedrohliche Ankündigung für die Beschäftigten in Deutschland: Damals gab Bombardier bekannt, man werde weltweit 7500 Stellen streichen, davon 5000 in der Bahntechnik-Sparte.

Treffen für 9. Januar geplant

Bei Bombardier heißt es, das Treffen mit Wirtschaftsminister Gabriel sei für den 9. Januar geplant. Auch Landesminister und Arbeitnehmervertreter sollen daran teilnehmen. "Es ist ein wichtiges Anliegen, uns eng mit der Politik und den Sozialpartnern zur Zukunft der Werke abzustimmen", sagte ein Bombardier-Sprecher. Das "Handelsblatt" berichtet außerdem, der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich habe den Präsidenten von Bombardier Transportation, Laurent Troger, für Donnerstag zu einem Gespräch nach Dresden eingeladen. Das Unternehmen hat dies bisher nicht bestätigt.

Erst kürzlich hatte sich Gabriel als Jobretter verdient gemacht. Im Streit um die Supermärkte von Kaiser's Tengelmann hatte er sich eingemischt, um Tausende Jobs zu retten. Der Deal, bei dem Edeka und Rewe die Märkte des defizitären Tengelmann-Konzerns unter sich aufteilen, sicherte am Ende 15.000 Arbeitsplätze. Allerdings hatten Wettbewerbshüter ein Veto eingelegt, das Sigmar Gabriel per Ministererlaubnis vorerst kippte. Diese ministerielle Ausnahmeregelung wurde später auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Norma und Markant gerichtlich gestoppt. Erst unter Vermittlung von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) gelang es den Konzernen schließlich, einen Kompromiss zu erzielen.

mja/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.