Bonität herabgestuft Moody's senkt Portugals Anleihen auf Ramsch

Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit Portugals um vier Stufen herunter. Damit gelten die langfristigen Staatsanleihen des Landes als "nicht geeignet für ein Investment" - die Wahrscheinlichkeit für ein zweites Hilfspaket sei gestiegen.
Moody's Firmenzentrale in New York: Ausblick "negativ"

Moody's Firmenzentrale in New York: Ausblick "negativ"

Foto: ? Jessica Rinaldi / Reuters/ Reuters

London - Neben Griechenland bereitet auch Portugal der Euro-Zone weiter Sorgen: Die Ratingagentur Moody's hat die langfristigen Staatsanleihen des Landes um vier Stufen von "Baa1" auf "Ba2" und damit auf Ramsch-Niveau abgestuft. Diese Anleihen gelten somit nun als "nicht geeignet für ein Investment". Der Ausblick sei auf "negativ" belassen worden, teilte Moody's am Dienstag mit.

Die Wahrscheinlichkeit für ein zweites Hilfspaket sei laut der Ratingagentur gestiegen. Es gebe größere Bedenken, dass Portugal nicht in der Lage sein werde, die mit der EU und dem IWF vereinbarten Defizitziele zu erreichen. Portugal stehe vor Herausforderungen bei der Kürzung der Staatsausgaben, den Hilfen für das Finanzsystem sowie einer Ankurbelung des Wirtschaftswachstums.

Portugals neue Mitte-Rechts-Regierung teilte mit, die Herabstufung verdeutliche die Anfälligkeit der portugiesischen Wirtschaft in der Schuldenkrise. Zugleich versicherte sie, es werde alles getan, um die verschärften Sparanstrengungen zu bewältigen. Anders als die griechische Regierung wird die Koalition in Lissabon in ihrem Sparkurs von den kürzlich abgewählten Sozialdemokraten unterstützt.

An den Finanzmärkten reagierten Händler mit Euro-Verkäufen, die Gemeinschaftswährung gab zuletzt auf 1,4451 US-Dollar nach. Zuvor hatte der Euro noch knapp 1,4485 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,4461 (1,4500) Dollar festgesetzt.

lgr/dpa/Reuters
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