Bonus-Zahltag Banker bummeln wieder durch die Luxusgeschäfte

Im Januar ist Bonus-Zahltag für die Banker an der Wall Street. Nach einem guten Börsenjahr füllen sie schon mal ihre Wunschzettel aus: Ferraris, Privatjets und Luxusuhren stehen auf der Liste ganz oben. Einige buchen auch schon ihr Appartement für die Sommerfrische.


New York - Nach außen demonstrieren Banker in New York seit der Finanzkrise Bescheidenheit. "Wir haben unsere Lektion gelernt", lautet ihr neues Mantra. Zu laut war der öffentliche Aufschrei über hohe Bonuszahlungen besonders bei den Instituten, die vom Steuerzahler mit Milliarden gerettet werden mussten.

Schaut man hinter die Fassade, zeigt sich jedoch ein etwas anderes Bild: Denn alles deutet darauf hin, dass auch in diesem Jahr die Prämien wieder üppig ausfallen. So registrieren Händler wieder wachsendes Interesse der Bankmanager für Ferraris, Privatjets und Luxuswohnungen. "Sie wollen immer noch ihre Spielzeuge haben", sagt Milton Pedraza, Chef des Luxury Institute, das regelmäßig die Bedürfnisse reicher Personen ermittelt.

Bonus-Zahltag für Investmentbanker, Hedgefonds-Manager und Händler ist üblicherweise im Januar. Dieses Mal sieht es für einige nicht schlecht aus: An den Aktienmärkten ging es bergauf, und es gab einige große Börsengänge. Daher rechnen Experten damit, dass die 20,3 Milliarden Dollar, die allein an der New Yorker Wall Street 2009 an Boni ausgezahlt wurden, 2010 leicht übertroffen werden dürften. Allerdings werden seit der Krise einige Prämien nicht mehr sofort, sondern erst nach einigen Jahren gezahlt, um allzu riskante Gewinnmaximierung zu unterbinden.

Vorbestellungen sind schon eingegangen

Auch wenn für einige Banker damit noch unklar ist, wie viel sie am Ende bekommen werden, sind die Vorbestellungen bei den Sportwagen-Herstellern schon längst eingegangen. "Hier geht es um die Egos der Banker", sagt ein Luxusauto-Händler in New York. 225.000 Dollar teure Ferraris oder 170.000 Dollar teure Audi R8 Sportwagen gehörten zu den Verkaufsschlagern.

Im Februar rechnen er und seine Kollegen mit noch mehr Bestellungen, da dann die genaue Bonus-Höhe für jeden klar ist. "Die Banker waren als Käufer ja nie richtig weg", betont ein Mercedes-Benz-Händler im New Yorker Stadtteil Manhattan. Er erwartet, dass für 2010 für ihn sein bisher bestes Geschäftsjahr wird. Auch kostspielige Schweizer Uhren stehen ganz oben auf der Wunschliste der Banker: Modelle der Marke Hublot, die im Schnitt 6500 Euro kosten, seien in Finanzzentren wie London oder New York als Erfolgssymbole weiter äußerst beliebt, sagt Hublot-Chef Jean-Claude Biver.

220.000 Dollar für die Sommerfrische

Weitgehend vergriffen im nächsten Sommer sind auch schon Luxus-Appartments mit Meerblick in den New Yorker Nobel-Küstenvororten. Ein Top-Banker habe gerade 200.000 Dollar Miete für den gesamten August überwiesen, sagt Paul Brennan, Makler bei der Immobilienfirma Prudential Douglas Elliman. In Manhattan berichten Vermittler von reger Nachfrage nach Top-Wohnungen in einer Preisspanne von drei bis sieben Millionen Dollar. "Viele der Banker sind erst Mitte 20 oder Anfang 30 und sie bekommen richtig hohe Boni", sagt Richard Grossman von der Immobilienfirma Halstead Property.

Anders als vor der Finanzkrise wollen die Banker ihre Vorliebe für Luxus aber am liebsten unter den Teppich kehren. "In der Branche versucht man, nicht zuviel zu protzen", sagt ein Investmentbanker, der nicht genannt werden will. Ein Kollege behauptet, die Weihnachtsfeier seines Hauses habe in diesem Jahr in einer kleinen Bar ohne Brimborium stattgefunden. "Meine Frau und ich wollen nach den zwei Stressjahren nun bescheiden leben", betont ein weiterer Banker - und dann berichtet er von seinen Kreuzfahrtplänen in die Karibik.

mik/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
vincent65 30.12.2010
1. Banker
Zitat von sysopIm*Januar ist Bonus-Zahltag für die Banker an der Wall Street. Nach einem guten Börsenjahr füllen sie schon mal ihre Wunschzettel aus: Ferraris, Privatjets und Luxusuhren stehen auf der Liste ganz oben. Einige buchen auch schon ihr Appartement für die Sommerfrische. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,737221,00.html
Wer solch einen widerlichen Beruf ausübt, der sollte auch anständig Geld dafür bekommen...
onzapintada 30.12.2010
2. 1789
Zitat von sysopIm*Januar ist Bonus-Zahltag für die Banker an der Wall Street. Nach einem guten Börsenjahr füllen sie schon mal ihre Wunschzettel aus: Ferraris, Privatjets und Luxusuhren stehen auf der Liste ganz oben. Einige buchen auch schon ihr Appartement für die Sommerfrische. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,737221,00.html
Dann wissen wir ja, wo unsere Steuergelder bleiben. Der SPIEGEL: >>So registrieren Händler wieder wachsendes Interesse der Bankmanager für Ferraris, Privatjets und Luxuswohnungen. "Sie wollen immer noch ihre Spielzeuge haben", sagt Milton Pedraza, Chef des Luxury Institute, das regelmäßig die Bedürfnisse reicher Personen ermittelt.
sanhe 30.12.2010
3. Keine Titel
Wie sagte doch mal jemand so schön: Einkehrende Dekadenz ist ein Vorindikator für einen kommenden gesamtgesellschaftlichen Niedergang. Solange diese Spielcasinos...äh..."Börsen" (political correkte Bezeichnung) und die Sklaverei...äh..."Zinsen" (political correkte Bezeichnung) weiter existieren, wird sich der Niedergang fortsetzen.
wika 30.12.2010
4. Genau, nur keinen Neid …
denn es ist Schwerstarbeit und immer ganz nah an der Strafbarkeit, deshalb brauchen die Bankster diesen Risikoausgleich und damit die Banken den zahlen können müssen wir halt die schönen Rettungspakete packen. Der schwierigste Part dieser Leute ist die sogenannte *"Optimierung der Volksausbeute"* … Link (http://qpress.de/2010/11/02/optimierung-der-volksausbeute/), ein ganz kompliziertes Verfahren, bei dem sich am Ende des Prozesses alle Güter dieser Welt in den ganz wenigen Händen der Arbeitgeber der Banker befinden. Das ist wichtig und muss so sein, weil sonst möglicherweise Sozialismus herrschen würde oder irgendwas anderes, was den Menschen dienen würde. Diese Form der Umverteilung nicht weiter zu befördern hieße letztlich den Kapitalismus aufgeben … und sind wir mal ehrlich, wer möchte sich so etwas grausames vorstellen?
akrisios 30.12.2010
5. Gerne
Zitat von vincent65Wer solch einen widerlichen Beruf ausübt, der sollte auch anständig Geld dafür bekommen...
Das was sich Banker verdient haben können sie sich gerne bei mir persönlich abholen. Nach ihrer Auffassung wird das eine ganze Menge sein. Das allerdings darf ich bestätigen. Ich habe 24 Std. geöffnet.
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