Prämien Commerzbank-Boni sollen Gewinn um das Dreifache übersteigen

Die Commerzbank befindet sich seit der Rettung durch den Bund auf Schlingerkurs. Unbeirrt davon will Vorstandschef Blessing einen Bonus für die Führungsriege durchsetzen - die Summe soll rund drei Mal so groß ausfallen wie der Konzerngewinn.
Zentrale der Commerzbank: Üppige Motivationshilfen für Top-Manager

Zentrale der Commerzbank: Üppige Motivationshilfen für Top-Manager

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa

Düsseldorf - Für das vergangene Geschäftsjahr will Commerzbank-Chef Martin Blessing seine Manager üppig belohnen. Mehr als 300 Millionen Euro soll der Bonustopf für 2013 enthalten, wie das "Handelsblatt" aus Finanzkreisen erfuhr: "Der Bonus-Topf wird größer ausfallen als der Konzerngewinn", zitiert die Zeitung einen Insider.

Die zweitgrößte deutsche Bank, die 2008 vom Staat vor der Pleite gerettet werden musste, wollte sich zu dem Thema nicht äußern und verwies auf die Präsentation der Zahlen am Donnerstag dieser Woche. Analysten schätzen aber, dass der Jahresüberschuss 2013 nur bei rund 77 Millionen Euro lag.

Blessing will die Prämienzahlung für die Top-Manager der Commerzbank - Investmentbanker und die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands - durchsetzen, um sie für den bevorstehenden Strukturwandel zu motivieren. Aktionärsschützer wie Klaus Nieding haben dafür jedoch wenig Verständnis: "Boni sind in einer gewissen Größenordnung in Ordnung, wenn die Aktionäre auch etwas davon haben", sagte der Vize-Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz dem "Handelsblatt". In der Summe müsse den Anteilseignern jedoch genauso viel zur Verfügung stehen wie den Mitarbeitern.

Analysten rechnen damit, dass die Bank erst 2015 wieder eine Dividende zahlen wird. Die letzte Ausschüttung hatten die Aktionäre für das Jahr 2007 erhalten. Der Bund hält seit der Rettungsaktion 17 Prozent der Commerzbank-Anteile. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, fordert deshalb den Großaktionär auf, bei den Bonuszahlungen für das rechte Maß zu sorgen: "Die Bundesregierung muss diese Selbstbedienung stoppen", fordert er.

mik
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