Nach Rekordverlust Aktionäre rebellieren gegen Gehaltserhöhung für BP-Chef

Er ist bei BP für den größten Verlust der Firmengeschichte verantwortlich. Trotzdem soll Konzernchef Bob Dudley eine saftige Gehaltserhöhung bekommen. Dagegen senden die Anleger ein starkes Signal.

Bob Dudley
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Bob Dudley


Nach dem Rekordverlust von BP wehren sich die Aktionäre gegen die vorgesehene Gehaltserhöhung von 20 Prozent für Konzernchef Bob Dudley. Auf der Hauptversammlung stimmten mehr als 59 Prozent der Anteilseigner gegen Pläne, Dudley 20 Millionen Dollar für 2015 zu zahlen. Dies sei angesichts sinkender Gewinne und Stellenabbau nicht angemessen, begründeten Kritiker die Ablehnung.

Die Abstimmung ist zwar nicht bindend, steht aber im deutlichen Kontrast zu den Zustimmungsquoten bis zu 90 Prozent früherer Jahre. "Das ist ein bedeutendes Ergebnis", sagte ein Vertreter der Kirche von England, die Aktien an BP hält.

Aufsichtsratschef will reden

Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg sprach von einer "sehr starken" Reaktion der Aktionäre und signalisierte Gesprächsbereitschaft. Man werde sich mit großen Anteilseignern zusammensetzen und über das Thema beraten. An die Teilnehmer der Hauptversammlung gerichtet sagte er: "Lassen Sie es mich klar sagen: Wir hören Sie."

Der britische Konzern leidet unter der Branchenkrise infolge des Ölpreisverfalls. Im vergangenen Jahr häufte er mit einem Minus von 6,5 Milliarden Dollar den größten Verlust seiner Firmengeschichte an. Im Zuge dessen strich das Management mehr als 5000 Stellen. Selbst 2010, als der Konzern erste Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, fiel das Jahresergebnis nicht so schlecht aus.

brt/Reuters/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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fweiand 14.04.2016
1. Erfolgsbeteiligung in guten Zeiten - Misserfolgsbeteiligung in schlechten Zeiten
So funktioniert Marktwirtschaft, aber offenbar gelten gerade für Führer großer Unternehmen die marktwirtschaftlichen Grundgesetze nicht?
fin2010 14.04.2016
2. Halbe Story
20 Mio für 2015 zahlen? Gehälter und Boni vereinbart man vorher, nicht hinterher. Das kann hier mit Spiegel mal wieder nur die halbe Story sein.
PriseSalz 14.04.2016
3. Ooch ja...
Nun lasst doch dem guten Mann den Aufschlag. Hat er sich doch verdient. Hätte er nicht so hart gearbeitet, wäre der Verlust noch höher ausgefallen...
Bueckstueck 14.04.2016
4. Die einzig bemerkenswerte Information:
Die Kirche von England besitzt Anteile an BP. Starker Tobak. Ausgerechnet Anteile an einer menschenverachtenden, ausbeutenden, "Gottes Schöpfung" vernichtenden Branche halten. Die englische Kirche sollte mal ein paar Vertreter zu den Ölfördergebieten an der afrikanischen Ostküste entsenden, wenn sie wirklich nicht wissen wovon sie da als Kirche profitieren.
hansulrich47 14.04.2016
5. Komisch:
Warum stimmen deutsche Aktionäre nicht gegen hohe Boni? VW gibt doch gerade ein Beispiel für Unersättlichkeit bei Vorstand und Aufsichtsrat? Weil die Aktienmehrheit in Hände von Piech und seiner Corona ist???
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