Trotz Sanktionen BP macht Milliardendeal mit Rosneft

Milliardendeal in Zeiten politischer Spannungen: Der britische Energiekonzern BP will mit dem russischen Staatsunternehmen Rosneft Schieferöl-Vorkommen erschließen - obwohl dessen Chef auf der Liste der US-Sanktionen gegen Moskau steht.

Bohrinsel von BP: Geschäfte mit Russland
DPA

Bohrinsel von BP: Geschäfte mit Russland


London/St. Petersburg - Es ist der erste große Deal für Rosneft, seit der Westen im März Sanktionen gegen die Regierung in Moskau verhängt hat: Während die Europäische Union (EU) offenbar bereits schärfere Maßnahmen gegen Russland erwägt, die auch Gas und Öl umfassen, hat der britische Energiekonzern BP einen neuen Milliardendeal mit dem russischen Staatskonzern abgeschlossen.

Beide Unternehmen wollen gemeinsam Schieferöl-Vorkommen in der Wolga-Ural-Region erschließen, teilte BP nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung mit. Rosneft Chart zeigen beteilige sich an der Unternehmung mit 51 Prozent, BP mit 49 Prozent, heißt es in der Mitteilung. Die Briten wollen demnach einen Betrag in Höhe von 300 Millionen Dollar für die Anschubfinanzierung beisteuern.

Rosneft-Chef Igor Setschin hatte den Vertrag beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg unterzeichnet. Er gilt als enger Vertrauter von Russlands Staatschef Wladimir Putin. Die USA hatten Ende April neue Sanktionen gegen Russland verhängt, die auch Setschin treffen. Geschäfte mit dem Unternehmen Rosneft seien aber von den Sanktionen nicht betroffen, heißt es laut Nachrichtenagentur dpa von BP.

Dennoch kann der Deal als heikel gelten, denn er fällt in eine Zeit politischer Spannungen: Zuletzt hatten US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der Kanzlerin in Washington Anfang Mai Putin mit schärferen Sanktionen gedroht. Der russische Staatschef hatte in St. Petersburg eingeräumt, dass die wegen der Krim-Annexion verhängten Sanktionen der russischen Wirtschaft schaden.

bos/dpa/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.