Energiemarkt Ölkonzern BP macht fast drei Milliarden Euro Gewinn

Von der steigenden Nachfrage nach Öl profitiert auch der britische Branchenriese BP. Rote Zahlen schreibt der Konzern hingegen mit Gas.
BP-Tankstelle am Flughafen London-Heathrow

BP-Tankstelle am Flughafen London-Heathrow

Foto: TOBY MELVILLE/ REUTERS

Die Nachfrage nach Öl steigt seit den fallenden Corona-Beschränkungen in vielen Ländern wieder. Das machte sich im abgelaufenen Quartal auch beim britische Ölkonzern BP bemerkbar. Nun will das Unternehmen einen weiteren Milliardenbetrag in einen Aktienrückkauf stecken. Allerdings rissen Gasverträge infolge des rasant steigenden Gaspreises die Bilanz wegen eines Bewertungseffektes tief in die roten Zahlen.

Bereinigt um Sondereffekte wie Bewertungsveränderungen von Ölbeständen verdiente BP in den Monaten Juli bis September 3,32 Milliarden US-Dollar (2,9 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. Vor einem Jahr betrug der bereinigte Gewinn wegen niedrigerer Ölpreise nur 86 Millionen Dollar.

Die Zwischendividende für das Quartal bleibt mit 5,46 US-Cent je Aktie konstant, der Konzern will aber weitere 1,25 Milliarden Dollar (etwa 1,08 Milliarden Euro) für einen Aktienrückkauf ausgeben. Aus dem Betrieb flossen dem Konzern im dritten Quartal Finanzmittel von 6,0 Milliarden Dollar in die Kassen. BP-Chef Bernard Looney sprach von einem weiteren guten Quartal für den Konzern.

Unter dem Strich aber haben die Ende des Quartals ruckartig steigenden Gaspreise zur späteren Lieferung in der Konzernrechnung zu Buche geschlagen. So fielen dem Konzern vor allem Sicherungsgeschäfte mit einer Vorsteuerbelastung von 6,1 Milliarden Dollar auf die Füße – der auf die Aktionäre entfallende Nettoverlust betrug daher 2,5 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte der Fehlbetrag nur bei 450 Millionen Dollar gelegen. Von BP hieß es, das Missverhältnis dürfte sich dann wieder legen, wenn Preise wieder sinken und die Mengen tatsächlich geliefert werden.

Nachfrage an Öl gestiegen

Auch am Dienstag sind die Ölpreise im frühen Handel wieder leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar 84,94 US-Dollar. Das waren 23 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezemberlieferung stieg um sieben Cent auf 84,12 Dollar.

Getrieben werden die Erdölpreise durch eine hohe Nachfrage, die sich von dem schweren Corona-Einbruch spürbar erholt hat. In diesem Umfeld bleibt das Angebot zu knapp, obwohl der Rohölverbund Opec-plus seine Produktion seit Sommer schrittweise ausweitet. Am Donnerstag entscheiden die 23 Förderländer über ihren kurzfristigen Kurs. Fachleute rechnen nicht mit einer Kurskorrektur.

atb/dpa
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