Deal mit Rosneft Putins Ölkonzern kooperiert mit BP und Exxon Mobil

Der Ukraine-Konflikt belastet die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, aber nicht das Geschäft mit Erdöl: Der russische Konzern Rosneft rückt enger mit BP zusammen - und in Russland engagiert sich der US-Konzern ExxonMobil.

Rosneft-Chef Setschin, BP-Verhandlungsführer Dudley (im März): Der Deal steht
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Rosneft-Chef Setschin, BP-Verhandlungsführer Dudley (im März): Der Deal steht


Chabarowsk/Moskau - Der russische Energiekonzern Rosneft baut ungeachtet der Sanktionen aus dem Westen seine Geschäftsbeziehungen zur britischen BP aus. Die beiden Firmen hätten die Lieferung von bis zu zwölf Millionen Tonnen Erdöl an BP vereinbart, teilte Rosneft mit. Der russische Staatskonzern soll dafür mindestens 1,5 Milliarden Dollar im Voraus erhalten, wie unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet. Erst im Mai hatten sich Rosneft und BP auf die gemeinsame Suche nach Öl in Russland verständigt.

Eine Kooperation mit Rosneft ist auch der US-Konzern ExxonMobil eingegangen: Per Knopfdruck hat Kremlchef Wladimir Putin am Freitag eine Öl- und Gas-Plattform nahe der rund 7000 Kilometer von Moskau entfernten Pazifikinsel Sachalin in Betrieb gesetzt, die von den beiden Konzernen betrieben wird. Auf der Anlage "Berkut" (Steinadler) im Ochotskischen Meer sollen jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen Öl gefördert werden, wie Putin der Agentur Interfax zufolge sagte.

Angesichts der Lage in der Ukraine hatte der Westen vor einigen Wochen seine Sanktionen gegen Russland verschärft - und zuletzt erneut mit einem solchen Schritt gedroht. Die USA verhängten auch Strafmaßnahmen gegen einige Vertraute Putins, darunter führende Wirtschaftvertreter wie den Rosneft-Chef Igor Setschin. Der britische Ölgigant BP ist mit 20 Prozent an Rosneft beteiligt, gegen den selbst keine Sanktionen verhängt wurden. "Es ist ein Geschäft zwischen Unternehmen", sagte BP-Chef Bob Dudley. "Ich nehme keine Stellung zu persönlichen Sanktionen."

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Rosneft laut Setschin mit einem Umsatzanstieg von rund 15 Prozent auf 5,5 Billionen Rubel (rund 120 Milliarden Euro). Der Gewinn dürfte um etwa zwölf Prozent auf 1,1 Billionen Rubel steigen.

mxw/Reuters/dpa



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georg67 29.06.2014
1. Nichts neues,
Man siehe nur die Rolle der 100 prozentig zum US-Konzern General Motors gehörenden Opel-Werke im 2. Weltkrieg. Sollte es dann doch zu einem ernsthaften Konflikt kommen, schreibt man halt seine russischen Beteilgungen kurzerhand von der Steuer ab. Sanktionen oder wirtschftliche Zurückhaltung ist halt nur für die blöden "verbündeten" Europäer vorgesehen, die sich in einer lächerlich wirkenden EU-Gipfelveranstaltung höchst feierlich und unter Blitzlichtgewitter der Medien des Trinkens von Krimsekt ab dem 25.6. entsagen.
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